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Hitoshi Nagai: Penetre und ich (29), 14. Juli 2019

Kommentar: Dieser Augenblick ist die Ewigkeit, denn wir haben nichts anderes. Was wir daraus machen, liegt allein an uns. Meine Musikempfehlung zum Thema: Böhse Onkelz – Dunkler Ort

Antwort: Die Frage ist nur: Wer ist „wir“? Machen „wir“ etwas aus diesem Augenblick, oder muss „ich“ derjenige sein, denn es gibt keinen anderen, der mir diese Aufgabe abnehmen kann? Denn ich kann ja genauso gut sagen: Dieses Bewusstsein, das ich „ich“ nenne, ist eins mit dem Kosmos – ich habe nichts anderes (es gibt kein anderes!). Es liegt allein an mir, ob ich die Welt erschaffe („Es werde Licht!“) oder zerstoere. Der stoerende Gedanke dabei ist nur: Aber es gibt DOCH auch andere, die ich zwar nicht so „habe“ wie ich dieses Bewusstsein habe, von denen ich mir aber trotzdem nicht vorstellen kann, dass sie nicht, auf ihre Weise, in ihrer Welt, „sind“. Deshalb scheint „uns“ der gesunde Menschenverstand zu sagen, dass wir doch nicht das Licht am Anfang der Welt sind, sondern lediglich Nachkommen der beiden nackten Affen, die am spaeten Nachmittag des sechsten Tages das Licht der Welt (nur) erblickten.
So wie ich mir am 14. Juli nicht ernsthaft vorstellen kann, dass es den 13. Juli nie gegeben hat und den 15. Juli nie geben wird. Und zwar nicht einfach als „Teil dieses Augenblicks“, sondern als jeweils eigenstaendige „ewige Augenblicke“, in denen dieser ewige Augenblick (14. Juli 2019) nur ein kleiner Tropfen ist. „Ich“ und „jetzt“ waeren also Tropfen, in denen sich das ganze Universum spiegelt (insofern ewig und unbegernzt), aber ich kann und will die unabhaengige Existenz anderer Tropfen AUSSERHALB dieses Trofens nicht leugnen, in denen dieser Tropfen sich spiegelt.

(Simone Weil: „An die Existenz anderer menschlicher Wesen als solche […]

Hitoshi Nagai: Penetre und ich (29), 14. Juli 2019 & „Zazen is the only thing that is good for anything!“ – englischer Vortrag (mit etwas Japanisch) während des Sommer-Retreats & Antaijis Küche, 9. & 10. Juli 2019

Kommentar: Dieser Augenblick ist die Ewigkeit, denn wir haben nichts anderes. Was wir daraus machen, liegt allein an uns. Meine Musikempfehlung zum Thema: Böhse Onkelz – Dunkler Ort

Antwort: Die Frage ist nur: Wer ist „wir“? Machen „wir“ etwas aus diesem Augenblick, oder muss „ich“ derjenige sein, denn es gibt keinen anderen, der mir diese Aufgabe abnehmen kann? Denn ich kann ja genauso gut sagen: Dieses Bewusstsein, das ich „ich“ nenne, ist eins mit dem Kosmos – ich habe nichts anderes (es gibt kein anderes!). Es liegt allein an mir, ob ich die Welt erschaffe („Es werde Licht!“) oder zerstoere. Der stoerende Gedanke dabei ist nur: Aber es gibt DOCH auch andere, die ich zwar nicht so „habe“ wie ich dieses Bewusstsein habe, von denen ich mir aber trotzdem nicht vorstellen kann, dass sie nicht, auf ihre Weise, in ihrer Welt, „sind“. Deshalb scheint „uns“ der gesunde Menschenverstand zu sagen, dass wir doch nicht das Licht am Anfang der Welt sind, sondern lediglich Nachkommen der beiden nackten Affen, die am spaeten Nachmittag des sechsten Tages das Licht der Welt (nur) erblickten.
So wie ich mir am 14. Juli nicht ernsthaft vorstellen kann, dass es den 13. Juli nie gegeben hat und den 15. Juli nie geben wird. Und zwar nicht einfach als „Teil dieses Augenblicks“, sondern als jeweils eigenstaendige „ewige Augenblicke“, in denen dieser ewige Augenblick (14. Juli 2019) nur ein kleiner Tropfen ist. „Ich“ und „jetzt“ waeren also Tropfen, in denen sich das ganze Universum spiegelt (insofern ewig und unbegernzt), aber ich kann und will die unabhaengige Existenz anderer Tropfen AUSSERHALB dieses Trofens nicht leugnen, in denen dieser Tropfen sich spiegelt.

(Simone Weil: „An die Existenz anderer menschlicher Wesen als solche […]

Um die Halle herum, 7. Juli 2019

Talk on the Gyoji chapter of Dogen’s Shobogenzo (Japanisch & Englisch), 30. Juni 2019

Our Ancestor Dōkai of Mount Fuyō manifested a pure wellspring of ceaseless practice. When the ruler of the nation tried to bestow upon him the title of Meditation Master Jōshō along with a purple kesa, our Ancestor would not accept them and wrote a letter to the emperor politely declining his offer. Although the ruler of the nation censured him for this, the Master, to the end, did not accept them. His rice broth has passed down to us the taste of the Dharma. When he built his hermitage on Mount Fuyō, the monks and laity streamed to his refuge by the hundreds. Because he served them only one bowl of gruel as a day’s rations, many of them left. The Master, upon a vow, did not partake of any meals offered by donors. One day he pointed out the Matter to his assembly, saying the following:
To begin with, those who have left home behind to become monks have a distaste for the dust and troubles stirred up by defiling passions and seek to rise above birth and death. And they do so in order to give their hearts and minds a rest, to abandon discriminatory thinking, and to eradicate entanglements, which is why it is called ‘leaving home’. So, how can it possibly be all right for monks to indulge in conventional ways of living by being neglectful and greedy?
Straight off, you should discard all dualistic notions and let neutral ones drop off as well. Then, whenever you encounter any sights or sounds, it will be as if you were trying to plant a flower atop a stone, and whenever you encounter gain or fame, it will resemble […]

Um die Halle herum, 27. Juni 2019

Hitoshi Nagai: Penetre und ich (Über den Tod) & Rutenkai, 22. & 23. Juni 2019

3-13 Über den Tod

Ich: Wenn ich eines Tages sterbe, gibt es mich nicht mehr, stimmt’s? Aber was genau passiert dann?
Penetre: Solange du lebst, kannst du dir die Welt, in der es dich nicht gibt, nicht vorstellen. Denn damit du dir vorstellen kannst, dass es dich nicht mehr gibt, muss es dich geben, sonst könntest du es dir ja nicht vorstellen. Alles, was du dir vorstellst, stellst du dir von einem bestimmten Standpunkt aus vor. Du kommst nicht daran vorbei: An diesem Standpunkt bist du. Das ist so als wärest du ein Gast bei deiner eigenen Beerdigung.
Ich: Aber tatsächlich ist es doch so, dass selbst dieser Standpunkt sich auflöst, wenn ich sterbe – oder nicht?
Penetre: Nein, es ist eher so: Dein Tod ist kein Ereignis in der Welt. Tod bedeutet, dass die Welt, in deren Zentrum du stehst, sich auflöst. Aber genau das kannst du dir nicht vorstellen, solange du lebst. So wie du in einem Traum nicht über das nachdenken kannst, was außerhalb des Traums liegt.
Ich: Kann man das nicht?
Penetre: Wenn du im Traum denkst, dass du in Wirklichkeit nur im Bett liegst und träumst, ist das doch nur ein Traum, nicht wahr? Selbst dann gelingt es dir nicht, aus dem Traum auszubrechen. Genauso ist es mit dem Tod: Wenn du dir vorzustellst, dass du aus der Welt, in dessen Zentrum du stehst, verschwindest, dann machst du damit deinen Tod zu einem Ereignis in der Welt. Beim Traum kann man sich nach dem Aufwachen oft erinnern, und im Nachhinein von außerhalb über ihn nachdenken. Beim Leben geht das nicht. Denn nach dem Tod gibt es keine Erinnerung an das Leben mehr. Das Leben ist wie ein Traum, an den […]

Hitoshi Nagai: Penetre und ich (Ist „jeder“ Tag ein guter Tag? Halt die Luft an! Es gibt nur EINEN Tag, der ein guter Tag ist), 19. Juni 2019

Warum bin ich diese Person?
Warum ist heute der 19. Juni 2019?
Antwort: Vorgestern und gestern hast du genauso gefragt, warum heute DIESER Tag ist.
Aber: Die Frage die ich HEUTE stelle, ist trotzdem nicht die gleiche die ich gestern oder vorgestern gestellt habe. Erst wenn ich sie morgen wieder stellen sollte, werden alle alten Fragen in derselben Schublade stecken. Das besondere an DIESER Frage ist (und das gilt auch fuer die Frage „Warum bin ich ….(deinen Namen einsetzen)?“, dass es die einzige Frage ist, in der sich hier und jetzt das Sein/kosmische Bewusstsein/ewige Leben etc. manifestiert.
Ein Moench sieht eine Pfirsichblüte an einem Ast und erwacht zu seinem wahren Selbst. Was ist so besonders an dieser Büte? Ist es nicht dieselbe Blüte, die jedes Jahr an diesem Baum blüht? Blühte sie nicht gestern schon an diesem Zweig? Ist heute nicht derselbe 19. Juni den wir jedes Jahr haben? Ist es nicht derselbe Muho in jeder möglichen Welt, egal ob der Muho in der Parallelwelt ebenfalls „ich“ ist oder nicht? Wenn der andere Muho, der nicht „ich“ ist, ebenfalls fragt: „Warum bin ich dieser Mensch?“ – ist es nicht dieselbe Frage? Ist es nicht dieselbe Frage wie: „Warum ist eine Banane eine Banane?“ Und ist die Antwort nicht: „Das ist nun mal so“?
Nein, diese Pfirsichblüte ist die einzige im ganzen Universum, es gibt keine Blüte vor ihr und nach ihr, wenn sie blüht, blüht das Universum. Wenn sie fällt, fällt das Universum. Es gibt kein Universum ausser dieser Blüte. Diese Blüte laesst sich mit keiner anderen Blüte vergleichen, denn es gibt keine andere Blüte.
Warum bin ich dieser Mensch? Es gibt keinen anderen! Warum ist heute dieser Tag? Weil es der einzige Tag […]

Hitoshi Nagai: Penetre und ich (Könnte es nicht sein, dass ICH nicht mehr und nicht weniger bin als das, was Gott geschaffen hat?), 10 Juni 2019

Frage: Könnte es nicht sein, dass ICH nicht mehr und nicht weniger bin als das was Gott geschaffen hat? D.h. also die beiden beschriebenen Welten, die Gott geschaffen hat, sind nicht nur fast gleich, sondern 100% gleich.
Muho: Die beiden Welten sind tatsaechlich 100% gleich. Zumindest aus der Perspektive Gottes.
Aber wie gesagt, aus meiner Perspektive kann es dch keinen groesseren Unterschied geben als den zwischen einer Welt A, in der es zwar einen Muho gibt, aber in der ich nicht Muho bin, und einer Welt B, in der ich (so wie jetzt) der Muho bin.
Eben weil diese beiden Welten sowohl aus der Perspektive Gottes als auch jedes anderen Menschen, der nciht ich bin, 100% identisch sind, kann ich sagen: Ich weiss etwas, dass ihr nicht wisst. Naemluch dass ich bin. Gott hat mich (=Muho) erschaffen, aber er weiss nicht wer ich bin (er weiss natuerlich, wer Muho ist). Denn er weiss nicht, dass ICH BIN. Das gilt natuerich fuer DICH genauso.
Gott weiss natuerlich, wer Muho ist. Aber er weiss nicht, dass ICH Muho bin. ER weiss auch nicht, wer DU bist. Auch ich kann das nicht wissen. Ich weiss ein wenig von dir als Person, aber DICH kann ich nicht kennen. So wie Gott DiICH nicht kennen kann.

Frage: Wieso meinst Du gibt es einen Unterschied zwischen Dir und Muho, bzw. es könnte einen geben, in einer der Welten. Ich würde behaupten, zwischen Dir und Muho kann es keinen Unterschied geben, denn die Attribute von Muho machen Dich zu Dir. Ich behaupte, ICH könnte nie in einem anderen Menschen sein, da mich dieser Mensch, der das Smartphone in der Hand hält, zu mir macht.
Welche […]

Rutenkai (Zazen am Sonntag im Schlosspark von Osaka), 9. Juni 2019

Hitoshi Nagai: Penetre und ich (3-12 Ist es notwendig, dass ich auf der Welt bin (2)?), 6. Juni 2019

Hitoshi Nagai:
Penetre und ich

3-12 Ist es notwendig, dass ich auf der Welt bin (2)?)

Penetre: Stelle dir vor, es gäbe noch keinen Menschen auf der Erde. Da beschließt Gott eines Tages, fünf Menschen zu erschaffen. Natürlich sehen alle fünf verschieden aus und haben auch einen anderen Charakter. Die Frage ist: Was muss Gott dazu tun, damit nicht einfach fünf Individuen mit ihrem jeweiligen Körper und Bewusstsein entstehen, sondern damit einer dieser fünf Menschen zu einem selbst wird?
Ich: Zu einem selbst? Meinst du, dass ich einer von den fünf sein soll?
Penetre: Ja, genau! In der Welt hat es dich bis zu dem Zeitpunkt noch nicht gegeben. Selbst wenn Gott ein Individuum erschafft, dass genauso aussieht und denkt wie du, gibt es doch keinen Grund, warum das du sein solltest. Was ist notwendig, damit einer der fünf Menschen du bist? Was muss Gott dafür hinzufügen?
Ich: Damit ich einer von den Fünfen bin, reicht es nicht, dass Gott fünf verschiedene Körper mit ihrem jeweiligen Bewusstsein erschafft. Denn dann hätte er ja nur fünf Menschen erschaffen, die auf gleiche Weise über ein individuelles Selbst verfügen. Damit eines davon auf eine ganz andere Art existiert – indem es mein Selbst ist – braucht es etwas mehr als fünf verschiedene Körper mit ihrem jeweiligen Bewusstsein.
Penetre: Die Frage ist nur, ob Gott in der Lage ist, dieses „etwas mehr“ hinzuzufügen? Selbst der Allmächtige kann eines nicht: Dich erschaffen!
Ich: Wie ist das möglich!?
Penetre: Egal, ob einer der fünf Menschen zufällig du bist oder nicht, Gott könnte den Unterschied nicht erkennen. Denn zwischen diesen beiden möglichen Welten gäbe es nicht den geringsten Unterschied!
Ich: Wenn es für Gott keinen Unterschied gibt, dann kann er auch nicht entscheiden, ob er eine […]