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Hitoshi Nagai: Penetre und ich (Über den Tod) & Rutenkai, 22. & 23. Juni 2019

3-13 Über den Tod

Ich: Wenn ich eines Tages sterbe, gibt es mich nicht mehr, stimmt’s? Aber was genau passiert dann?
Penetre: Solange du lebst, kannst du dir die Welt, in der es dich nicht gibt, nicht vorstellen. Denn damit du dir vorstellen kannst, dass es dich nicht mehr gibt, muss es dich geben, sonst könntest du es dir ja nicht vorstellen. Alles, was du dir vorstellst, stellst du dir von einem bestimmten Standpunkt aus vor. Du kommst nicht daran vorbei: An diesem Standpunkt bist du. Das ist so als wärest du ein Gast bei deiner eigenen Beerdigung.
Ich: Aber tatsächlich ist es doch so, dass selbst dieser Standpunkt sich auflöst, wenn ich sterbe – oder nicht?
Penetre: Nein, es ist eher so: Dein Tod ist kein Ereignis in der Welt. Tod bedeutet, dass die Welt, in deren Zentrum du stehst, sich auflöst. Aber genau das kannst du dir nicht vorstellen, solange du lebst. So wie du in einem Traum nicht über das nachdenken kannst, was außerhalb des Traums liegt.
Ich: Kann man das nicht?
Penetre: Wenn du im Traum denkst, dass du in Wirklichkeit nur im Bett liegst und träumst, ist das doch nur ein Traum, nicht wahr? Selbst dann gelingt es dir nicht, aus dem Traum auszubrechen. Genauso ist es mit dem Tod: Wenn du dir vorzustellst, dass du aus der Welt, in dessen Zentrum du stehst, verschwindest, dann machst du damit deinen Tod zu einem Ereignis in der Welt. Beim Traum kann man sich nach dem Aufwachen oft erinnern, und im Nachhinein von außerhalb über ihn nachdenken. Beim Leben geht das nicht. Denn nach dem Tod gibt es keine Erinnerung an das Leben mehr. Das Leben ist wie ein Traum, an den […]

Hitoshi Nagai: Penetre und ich (Ist „jeder“ Tag ein guter Tag? Halt die Luft an! Es gibt nur EINEN Tag, der ein guter Tag ist), 19. Juni 2019

Warum bin ich diese Person?
Warum ist heute der 19. Juni 2019?
Antwort: Vorgestern und gestern hast du genauso gefragt, warum heute DIESER Tag ist.
Aber: Die Frage die ich HEUTE stelle, ist trotzdem nicht die gleiche die ich gestern oder vorgestern gestellt habe. Erst wenn ich sie morgen wieder stellen sollte, werden alle alten Fragen in derselben Schublade stecken. Das besondere an DIESER Frage ist (und das gilt auch fuer die Frage „Warum bin ich ….(deinen Namen einsetzen)?“, dass es die einzige Frage ist, in der sich hier und jetzt das Sein/kosmische Bewusstsein/ewige Leben etc. manifestiert.
Ein Moench sieht eine Pfirsichblüte an einem Ast und erwacht zu seinem wahren Selbst. Was ist so besonders an dieser Büte? Ist es nicht dieselbe Blüte, die jedes Jahr an diesem Baum blüht? Blühte sie nicht gestern schon an diesem Zweig? Ist heute nicht derselbe 19. Juni den wir jedes Jahr haben? Ist es nicht derselbe Muho in jeder möglichen Welt, egal ob der Muho in der Parallelwelt ebenfalls „ich“ ist oder nicht? Wenn der andere Muho, der nicht „ich“ ist, ebenfalls fragt: „Warum bin ich dieser Mensch?“ – ist es nicht dieselbe Frage? Ist es nicht dieselbe Frage wie: „Warum ist eine Banane eine Banane?“ Und ist die Antwort nicht: „Das ist nun mal so“?
Nein, diese Pfirsichblüte ist die einzige im ganzen Universum, es gibt keine Blüte vor ihr und nach ihr, wenn sie blüht, blüht das Universum. Wenn sie fällt, fällt das Universum. Es gibt kein Universum ausser dieser Blüte. Diese Blüte laesst sich mit keiner anderen Blüte vergleichen, denn es gibt keine andere Blüte.
Warum bin ich dieser Mensch? Es gibt keinen anderen! Warum ist heute dieser Tag? Weil es der einzige Tag […]

Hitoshi Nagai: Penetre und ich (Könnte es nicht sein, dass ICH nicht mehr und nicht weniger bin als das, was Gott geschaffen hat?), 10 Juni 2019

Frage: Könnte es nicht sein, dass ICH nicht mehr und nicht weniger bin als das was Gott geschaffen hat? D.h. also die beiden beschriebenen Welten, die Gott geschaffen hat, sind nicht nur fast gleich, sondern 100% gleich.
Muho: Die beiden Welten sind tatsaechlich 100% gleich. Zumindest aus der Perspektive Gottes.
Aber wie gesagt, aus meiner Perspektive kann es dch keinen groesseren Unterschied geben als den zwischen einer Welt A, in der es zwar einen Muho gibt, aber in der ich nicht Muho bin, und einer Welt B, in der ich (so wie jetzt) der Muho bin.
Eben weil diese beiden Welten sowohl aus der Perspektive Gottes als auch jedes anderen Menschen, der nciht ich bin, 100% identisch sind, kann ich sagen: Ich weiss etwas, dass ihr nicht wisst. Naemluch dass ich bin. Gott hat mich (=Muho) erschaffen, aber er weiss nicht wer ich bin (er weiss natuerlich, wer Muho ist). Denn er weiss nicht, dass ICH BIN. Das gilt natuerich fuer DICH genauso.
Gott weiss natuerlich, wer Muho ist. Aber er weiss nicht, dass ICH Muho bin. ER weiss auch nicht, wer DU bist. Auch ich kann das nicht wissen. Ich weiss ein wenig von dir als Person, aber DICH kann ich nicht kennen. So wie Gott DiICH nicht kennen kann.

Frage: Wieso meinst Du gibt es einen Unterschied zwischen Dir und Muho, bzw. es könnte einen geben, in einer der Welten. Ich würde behaupten, zwischen Dir und Muho kann es keinen Unterschied geben, denn die Attribute von Muho machen Dich zu Dir. Ich behaupte, ICH könnte nie in einem anderen Menschen sein, da mich dieser Mensch, der das Smartphone in der Hand hält, zu mir macht.
Welche […]

Rutenkai (Zazen am Sonntag im Schlosspark von Osaka), 9. Juni 2019

Hitoshi Nagai: Penetre und ich (3-12 Ist es notwendig, dass ich auf der Welt bin (2)?), 6. Juni 2019

Hitoshi Nagai:
Penetre und ich

3-12 Ist es notwendig, dass ich auf der Welt bin (2)?)

Penetre: Stelle dir vor, es gäbe noch keinen Menschen auf der Erde. Da beschließt Gott eines Tages, fünf Menschen zu erschaffen. Natürlich sehen alle fünf verschieden aus und haben auch einen anderen Charakter. Die Frage ist: Was muss Gott dazu tun, damit nicht einfach fünf Individuen mit ihrem jeweiligen Körper und Bewusstsein entstehen, sondern damit einer dieser fünf Menschen zu einem selbst wird?
Ich: Zu einem selbst? Meinst du, dass ich einer von den fünf sein soll?
Penetre: Ja, genau! In der Welt hat es dich bis zu dem Zeitpunkt noch nicht gegeben. Selbst wenn Gott ein Individuum erschafft, dass genauso aussieht und denkt wie du, gibt es doch keinen Grund, warum das du sein solltest. Was ist notwendig, damit einer der fünf Menschen du bist? Was muss Gott dafür hinzufügen?
Ich: Damit ich einer von den Fünfen bin, reicht es nicht, dass Gott fünf verschiedene Körper mit ihrem jeweiligen Bewusstsein erschafft. Denn dann hätte er ja nur fünf Menschen erschaffen, die auf gleiche Weise über ein individuelles Selbst verfügen. Damit eines davon auf eine ganz andere Art existiert – indem es mein Selbst ist – braucht es etwas mehr als fünf verschiedene Körper mit ihrem jeweiligen Bewusstsein.
Penetre: Die Frage ist nur, ob Gott in der Lage ist, dieses „etwas mehr“ hinzuzufügen? Selbst der Allmächtige kann eines nicht: Dich erschaffen!
Ich: Wie ist das möglich!?
Penetre: Egal, ob einer der fünf Menschen zufällig du bist oder nicht, Gott könnte den Unterschied nicht erkennen. Denn zwischen diesen beiden möglichen Welten gäbe es nicht den geringsten Unterschied!
Ich: Wenn es für Gott keinen Unterschied gibt, dann kann er auch nicht entscheiden, ob er eine […]

Rutenkai (Zazen am Sonntag im Schlosspark von Osaka), 2. Juni 2019

Hitoshi Nagai: Penetre und ich (3-11 War es notwendig, dass ich auf die Welt gekommen bin (1)?), 31. Mai 2019

Hitoshi Nagai:
Penetre und ich

3-11 War es notwendig, dass ich auf die Welt gekommen bin (1)?

Penetre: Weißt du was notwendig war, damit du auf die Welt kommen konntest?
Ich: Natürlich, das habe ich doch in der Schule gelernt! Eine Eizelle meiner Mutter wurde von einer Samenzelle meines Vaters befruchtet, als die beiden vor vierzehn Jahren Geschlechtsverkehr miteinander hatten. Von den Millionen von Samenzellen in der Samenflüssigkeit ist es nur ein einziges, dass sich mit der Eizelle verbinden kann. Deshalb war die Wahrscheinlichkeit, dass ich geboren werde, weniger als ein Millionstel!
Penetre: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Individuum mit genau den Eigenschaften, die du hast, geboren wird, mag weniger als ein Millionstel gewesen sein. Aber wie groß war wohl die Wahrscheinlichkeit, dass du – und nicht irgendein anderer – als dieses spezielle Individuum geboren wurde?
Ich: Jetzt verstehe ich gar nichts mehr!
Penetre: Angekommen, dass die 391 578 426ste Samenzelle deines Vaters sich mit der Eizelle deiner Mutter verbunden hätte. Damit hätte festgestanden, welche Eigenschaften das daraus entstehende Individuum haben wird. Aber das ist ja noch lange kein Grund dafür, dass genau dieser Mensch du sein musstest. Genauso gut hätte dieser Mensch als eine fremde Person geboren werden können. Oder umgekehrt: Wenn als Resultat der Verbindung der 258 749 631sten Samenzelle mit derselben Eizelle ein Individuum mit ganz anderen Eigenschaften als deinen geboren worden wäre, hätte dieser Mensch nicht trotzdem du sein können? Und es hätte ja durchaus auch die Möglichkeit gegeben, dass kein einziges dieser Millionen von möglichen Individuen als du geboren worden wäre.
Ich: Da magst du recht haben. Selbst wenn eine andere Samenzelle die Eizelle meiner Mutter befruchtet hätte und sie ein ganz anderes Kind geboren hätte, gibt es doch keinen Grund, warum ich […]

Hitoshi Nagai: Penetre und ich (3-10 Der Lebenssimulator (2)), 26. Mai 2019

Hitoshi Nagai:
Penetre und ich

3-10 Der Lebenssimulator (2)

Penetre: Wir haben uns schon einmal über den Lebenssimulator unterhalten, nicht wahr? Damals hattest du gesagt, dass dir die härteste Wirklichkeit lieber wäre als ein vom Simulator vorgespieltes, lebenslanges Glück.
Ich: Ja, genau. Und du hattest damals gesagt, dass es doch denkbar wäre, dass dieses Leben, das ich jetzt lebe, in Wirklichkeit ein Traum ist, der mir von diesem Simulator vorgespielt wird. Aber ist das wirklich möglich? Kann ich mir denn vorstellen, dass dieses Leben eine Illusion ist und mein wirkliches Leben außerhalb der Illusion liegt?
Penetre: Es gibt da ein noch grundlegenderes Problem.
Ich: Was meinst du?
Penetre: Selbst wenn es denkbar wäre, dass du an einen solchen Simulator angeschlossen bist. Warum sollte das Leben, dass der Simulator dann vorspielt, dein Leben sein? Das simulierte Leben wäre wie ein Theaterstück, dass sich auf der Bühne deines Gehirns abspielt. Aber in dem Theaterstück kämst du selbst doch gar nicht vor! Da ist ein anderer Hauptdarsteller, der ein anderes Leben als du lebst. Oder kannst du dir wirklich sicher sein, dass dieser andere Hauptdarsteller trotzdem du wärest? Bei einem Traum kannst du sagen, dass du es warst, der geträumt hat – aber nur, nachdem du aufgewacht bist. Wenn du ein Leben lang an den Simulator angeschlossen bist, gibt es kein Aufwachen!
Ich: Du meinst, der Hauptdarsteller des simulierten Lebens könnte ein ganz anderer sein als ich? Aber ich wäre trotzdem noch der, der diese Simulation erlebt, oder nicht?
Penetre: Umgekehrt! Stell dir vor, dieses Leben, das du gerade lebst, ist das Resultat einer Simulation, die sich im Gehirn eines anderen abspielt. Kannst du dir wirklich sicher sein, dass dieser andere, den man an den Simulator angeschlossen hat, du bist? […]

Talk on the Gyoji chapter of Dogen’s Shobogenzo (Japanisch & Englisch), 24. Mai 2019

Calmly imagine the ceaseless practice that was happening on Mount Isan long ago. What I mean by ‘imagine’ means thinking about how it would be for us today if we were residing on Mount Isan. The sound of the rain deep in the night was probably not just of water washing over the moss, for the rain would certainly have had the strength to bore through boulders. On the snowy nights in the dead of winter, the birds and beasts must have been scarce indeed, and how much less would there have been smoke from man-made fires to acknowledge human existence! It was a way of living that could not have been tolerated, were it not for the Master’s ceaseless practice in which he made light of his life whilst stressing the Dharma. He was in no hurry to cut down the undergrowth, nor did he engage in cutting down trees to clear the land for building. He just continued his ceaseless practice and simply did his utmost to practice the Way. What a pity that an
authentic Ancestor who had Transmitted, and kept to, the True Dharma came to undergo such hardships in such precipitous mountains! It is said that Mount Isan had many ponds and running water, so there must have been thick ice and dense banks of fog. Most people could not have tolerated such a secluded life,
nevertheless Isan transformed it into the Buddha’s Way and explored Its innermost purpose. Today, we are able to learn of his expressions of the Way and Its purpose because of the ceaseless practice that he did. Even though we may not be listening with a casual attitude, we still need […]

Um die Halle herum, 23. Mai 2019