Der Lebenssimulator (1)

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Penetre: Hättest du Interesse, einen Lebenssimulator auszuprobieren?
Ich: Was soll das denn sein?
Penetre: Eine Maschine, die dich eine virtuelle Realität erleben lässt! Wenn du dein Gehirn an diesen Simulator anschließt, erlebst du ein Leben, dass sich von deinem bisherigen Leben vollkommen unterscheidet, aber genauso wirklich anfühlt. Dabei besteht die Wahl zwischen allen möglichen virtuellen Leben – so wie bei einer Videothek. Du kannst dir selber aussuchen, was für ein Leben du erleben willst.
Ich: Klingt interessant! Aber gibt es diese Maschine denn wirklich?
Penetre: Gegenwärtig wohl noch nicht. Aber einmal angenommen, es gäbe diese Maschine, würdest du sie ausprobieren?
Ich: Ja, keine Frage!
Penetre: Jeder, der in der Realität mit Leid und Unglück konfrontiert ist, wird sich wünschen, stattdessen lebenslang virtuelles Glück zu erfahren. Auf diese Weise leidet er nicht
Ich: Solche Menschen gibt es bestimmt, aber für mich wäre das nichts. Das ganze Leben bis zum Tod eine falsche Realität vorgespielt bekommen – nein, das will ich nicht!
Penetre: Willst du damit sagen, dass dir dein wirkliches Leben lieber ist, gleich wie leidvoll und grausam die Umstände auch sein mögen? Warum das? Und: Es kann durchaus sein, dass dieses Leben, dass du für die Realität hältst, in Wahrheit das Produkt eines Simulators ist. Oder hast du einen Beweis, dass es nicht so ist? Zumindest kann es keinen Beweis innerhalb deines gegenwärtigen Lebens geben. Trotzdem sagst du, dass dir dein gegenwärtiges Leben wichtig ist. Warum?
Ich: Hmm… ja, warum nur?