{"id":100,"date":"2012-07-31T02:20:47","date_gmt":"2012-07-31T02:20:47","guid":{"rendered":"http:\/\/theme-fusion.com\/avada\/?page_id=100"},"modified":"2016-01-06T11:33:44","modified_gmt":"2016-01-06T11:33:44","slug":"how_to_sit","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/antaiji.org\/de\/dharma\/how_to_sit\/","title":{"rendered":"Wie sitzen?"},"content":{"rendered":"<h3>Wie Sitzen?<\/h3>\n<p>(Sawaki K\u014dd\u014d)<\/p>\n<p>Wenn du eine Zazen-Halle betrittst, reicht es nicht, einfach Zazen zu \u00fcben: Du musst auch den Regeln der Halle folgen. Wenn du erstmal an deinem Platz angekommen bist, legst du dein Sitzkissen (Zafu) auf die Sitzmatte (Zafuton) und verneigst dich mit gefalteten H\u00e4nden (Gassh\u014d) zum Kissen hin. Als n\u00e4chstes wendest du den R\u00fccken zum Kissen, veneigst dich noch einmal mit gefalteten H\u00e4nden und l\u00e4sst dich ruhig auf dem Kissen nieder. So nimmst du deinen Platz ein. Das Kissen ist so etwas wie das Schwert f\u00fcr den Samurai: Es ist ratsam, eins auszuw\u00e4hlen, das in seiner Dicke und H\u00f6he gut zu deinem K\u00f6rper passt.<\/p>\n<p>Wenn du auf der Sitzmatte stehst und dich auf dem Kissen niederl\u00e4sst, achte darauf, dass das Ges\u00e4\u00df nur auf der vorderen H\u00e4lfte des Sitzkissens aufliegt. Es ist nicht gut, mit dem Ges\u00e4\u00df zu tief auf dem Kissen zu sitzen.<\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes legst du den rechten Fu\u00df ganz weit oben auf den linken Oberschenkel. Danach legst du den linken Fu\u00df ganz weit oben auf den rechten Oberschenkel. Auf diese Weise bohren sich die Knie tief ins Unterkissen, wie Seemuscheln, die sich an einem Felsen festsaugen.<\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes legst du die rechte Hand mit dem Handteller nach oben auf den linken Fu\u00df. Die linke Hand legst du wiederum mit dem Handteller nach oben in die rechte Hand. Die Daumenspitzen sind gegeneinander gerichtet.<\/p>\n<p>Dann pendelst du mit gro\u00dfen Schw\u00fcngen nach links und rechts. Dieses Pendeln wird nach und nach kleiner und nach sieben bis acht Schw\u00fcngen findest du deine Sitzposition. Dann atmest du einmal tief durch und l\u00e4sst alle Spannung aus den Schultern weichen. Dann ziehst du das Ges\u00e4\u00df soweit zur\u00fcck, dass es weit nach hinten hinausragt und der After ganz nach hinten gerichtet ist. Darauf l\u00e4sst du den K\u00f6rper ruhen, wobei die Wirbels\u00e4ule vollkommen senkrecht aufgerichtet ist.<\/p>\n<p>Du streckst den Nacken, so dass der Kopf die Decke des Raumes zu durchbrechen scheint. Zieh das Kinn soweit zur\u00fcck bis dir die Haut hinter den Ohren anf\u00e4ngt weh zu tun. Die Nase befindet sich senkrecht \u00fcber dem Bauchnabel, und die Ohren sind senkrecht \u00fcber den Schultern. Die Zunge liegt am oberen Gaumen an, und die Backenz\u00e4hne bei\u00dfen leicht aufeinander. Die Augen sind nur einen Spalt weit ge\u00f6ffnet, und der Blick f\u00e4llt auf die Tatami-Matten etwa einen Meter vor dir.<\/p>\n<p>Es ist nicht gut, die inneren Organe stark nach oben zu dr\u00fccken. Es ist auch nicht gut, in den Unterleib zuviel Spannung zu legen. Am besten l\u00e4sst du die inneren Organe in ihrer nat\u00fcrlichen Lage \u00fcber dem unteren Bauch ruhen. Wenn du die inneren Organe \u00fcberanstrengst, wirst du krank.<\/p>\n<p>Den Atem kannst du sich selbst \u00fcberlassen. Wenn dir das Atmen beschwerlich wird, bedeutet das, dass du dich \u00fcberanstrengst und irgendwo verkrampft bist. Lass aber nicht nach damit, das Becken nach vorne zu biegen. Spann deinen Geist an und vergiss nie, dass es f\u00fcr eine gute Haltung vor allem auf die richtige Lage des Beckens ankommt.<\/p>\n<p>Dein Bewusstsein muss klar und lebendig sein. Mach kein verschlafenes Gesicht. Dein aufgedunsenes Gesicht sieht ja aus wie ein zerzauster Watteklumpen! Zieh das Kinn fest zur\u00fcck und mach ein lebendiges Gesicht. Wirst du m\u00fcde, lass dir einen Schlag mit dem Stock (Kyosaku) auf die rechte Schulter geben.<\/p>\n<h4>Wohin mit dem Geist?<\/h4>\n<p>F\u00fcr gew\u00f6hnlich, lass den Geist im linken Handteller ruhen.<\/p>\n<p>Wenn du dich bedr\u00fcckt oder m\u00fcde f\u00fchlst, konzentriere deinen Geist am Scheitel oder zwischen den Augenbrauen.<\/p>\n<p>Wenn du dich zerstreut oder nerv\u00f6s f\u00fchlst, lass den Geist auf deiner Nasenspitze oder im Unterbauch (Tanden) ruhen. Oder z\u00e4hle deinen Ein- und Ausatem.<\/p>\n<p>Wenn du immer noch ganz durcheinander bist, dann lege den Geist auf die F\u00fc\u00dfe.<\/p>\n<p>Je h\u00f6her du deinen Geist hebst, desto mehr werden sich Gef\u00fchle und Gedanken regen. Je tiefer du ihn verlagerst, desto m\u00fcder und tr\u00fcber wirst du dich f\u00fchlen.<\/p>\n<h4>\u00dcber Gassh\u014d:<\/h4>\n<p>Die f\u00fcnf Finger jeder Hand liegen festzusammen und sind gestreckt. Die beiden Handfl\u00e4chen liegen nahtlos aneinander. Strecke die Oberarme und Ellenbogen so, dass du Raum unter den Achseln hast und die Arme nicht direkt vor der Brust liegen. Deine Fingerspitzen sollten eine Faust breit vor deiner Nase liegen. Dabei weisen die Fingerspitzen direkt nach oben. Wenn du sie nach vorne neigen l\u00e4sst, sieht es aus, als ob du auf jemanden zeigen willst. Weisen sie dagegen in deine Richtung, dann sieht es so aus, als ob du in der Nase bohrst. Beides ist nicht gut. Wenn du schlie\u00dflich vergisst, die Oberarme zu strecken, und die Arme direkt am K\u00f6rper anliegen, werden die anderen glauben, dass du dich zu Tode frierst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie Sitzen? (Sawaki K\u014dd\u014d) Wenn du eine Zazen-Halle betrittst, reicht es nicht, einfach Zazen zu \u00fcben: Du musst auch den Regeln der Halle folgen. Wenn du erstmal an deinem Platz angekommen bist, legst du dein Sitzkissen (Zafu) auf die Sitzmatte (Zafuton) und verneigst dich mit gefalteten H\u00e4nden (Gassh\u014d) zum Kissen hin. Als n\u00e4chstes wendest du den R\u00fccken zum Kissen, veneigst dich noch einmal mit gefalteten H\u00e4nden und l\u00e4sst dich ruhig auf dem Kissen nieder. So nimmst du deinen Platz ein. Das Kissen ist so etwas wie das Schwert f\u00fcr den Samurai: Es ist ratsam, eins auszuw\u00e4hlen, das in seiner Dicke und H\u00f6he gut zu deinem K\u00f6rper passt. Wenn du auf der Sitzmatte stehst und dich auf dem Kissen niederl\u00e4sst, achte darauf, dass das Ges\u00e4\u00df nur auf der vorderen H\u00e4lfte des Sitzkissens aufliegt. Es ist nicht gut, mit dem Ges\u00e4\u00df zu tief auf dem Kissen zu sitzen. Als n\u00e4chstes legst du den rechten Fu\u00df ganz weit oben auf den linken Oberschenkel. Danach legst du den linken Fu\u00df ganz weit oben auf den rechten Oberschenkel. Auf diese Weise bohren sich die Knie tief ins Unterkissen, wie Seemuscheln, die sich an einem Felsen festsaugen. Als n\u00e4chstes legst du die rechte Hand mit dem Handteller nach oben auf den linken Fu\u00df. Die linke Hand legst du wiederum mit dem Handteller nach oben in die rechte Hand. Die Daumenspitzen sind gegeneinander gerichtet. Dann pendelst du mit gro\u00dfen Schw\u00fcngen nach links und rechts. Dieses Pendeln wird nach und nach kleiner und nach sieben bis acht Schw\u00fcngen findest du deine Sitzposition. Dann atmest du einmal tief durch und l\u00e4sst alle Spannung aus den Schultern weichen. 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