{"id":11141,"date":"2014-08-22T05:26:00","date_gmt":"2014-08-22T05:26:00","guid":{"rendered":"http:\/\/antaiji.org\/?page_id=11141"},"modified":"2019-05-19T09:37:48","modified_gmt":"2019-05-19T09:37:48","slug":"3-5","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/antaiji.org\/de\/essays\/3-5\/","title":{"rendered":"3-5 Wann wurde der blaue Vogel blau (2)?"},"content":{"rendered":"<h3>Wann wurde der blaue Vogel blau (2)?<\/h3>\n<p><b><div class=\"demo-sep sep-none\" style=\"margin-top:40px;\"><\/div><span class=\"dropcap\">3-5<\/span><\/b><\/p>\n<p>Penetre: Der blaue Vogel steht f\u00fcr das Gl\u00fcck, nicht wahr? Was bedeutet die Geschichte aber wirklich?<br \/>\nIch: Ist das nicht ganz einfach? Das wahre Gl\u00fcck findet man nicht in der Ferne, sondern zuhause bei sich.<br \/>\nPenetre: Bedeutet das, dass die Kinder, die sich auf die Suche nach dem Vogel gemacht haben, von Anfang an gl\u00fccklich waren \u2013 ohne es zu wissen? Oder haben sie das Gl\u00fcck erst am Ende gefunden, als Ergebnis ihrer Suche?<br \/>\nIch: Der Autor will mit seiner Geschichte vermutlich sagen, dass wir in Wirklichkeit schon gl\u00fccklich sind, ohne uns dessen von Anfang an bewusst zu sein. Die Frage ist nur, ob man jemanden schon gl\u00fccklich nennen kann, der sich seines Gl\u00fccks noch nicht bewusst ist. Wenn sich jemand nicht wirklich gl\u00fccklich f\u00fchlt, dann ist er auch nicht gl\u00fccklich \u2013 oder?<br \/>\nPenetre: Du behauptest also, dass etwas nicht blau sein kann, wenn es nicht blau aussieht?<br \/>\nIch: Nein, das ist etwas anderes. Ob etwas blau aussieht oder nicht, liegt nicht nur daran, wie es der Betreffende sieht. F\u00fcr die Bl\u00e4ue gibt es objektive Kriterien. <b>Welche Kriterien gibt es aber f\u00fcr das Gl\u00fcck, au\u00dfer ob sich jemand tats\u00e4chlich gl\u00fccklich f\u00fchlt oder nicht?<\/b><br \/>\nPenetre: Also ist einer, dem man in einem Lebenssimulator ein gl\u00fcckliches Leben vorspielt, auch wirklich gl\u00fccklich \u2013 stimmt\u2019s (<a href=\"https:\/\/antaiji.org\/de\/essays\/1-5\/\">siehe 1-5<\/a>)?<br \/>\nIch: Hmm\u2026 Da bin ich mir wiederum nicht so sicher.<br \/>\nPenetre: Stell dir einen Menschen vor, dem man vorschwindelt, dass er in Wirklichkeit gl\u00fccklich sei. Lange Zeit glaubt er es tats\u00e4chlich, aber irgendwann kommt er hinter den Schwindel. Wird er dann pl\u00f6tzlich ungl\u00fccklich? Nein, wahrscheinlich wird er in dem Augenblick erkennen, dass er die ganze Zeit \u00fcber nicht wirklich gl\u00fccklich war. Er wird also nicht deshalb ungl\u00fccklich, weil er hinter den Schwindel gekommen ist, und es ist auch nicht so, dass er von Anfang an ungl\u00fccklich war. Erst als er hinter den Schwindel gekommen ist, hat er erkannt, dass er die ganze Zeit \u00fcber ungl\u00fccklich war. Wie war es noch einmal mit dem blauen Vogel?<br \/>\nIch: Verstehe, es ist also umgekehrt wie beim blauen Vogel. <b>Die Kinder sind nicht in dem Augenblick gl\u00fccklich geworden, als sie erkannten, dass ihr Vogel blau ist. Andererseits waren sie aber auch nicht von Anfang an gl\u00fccklich. Sie wurden in dem Augenblick \u201evon Anfang an gl\u00fccklich\u201c, als sie den Vogel als blau erkannten. <\/b><br \/>\nPenetre: Das bedeutet also, dass man in Wirklichkeit gl\u00fccklich sein kann, ohne sich unbedingt gl\u00fccklich zu f\u00fchlen. Oder nicht?<br \/>\nIch: Aber um das zu behaupten, muss man es doch im Nachhinein erkennen! Man muss daf\u00fcr erst einmal erkennen, dass man selbst dann schon gl\u00fccklich war, als man sich noch ungl\u00fccklich f\u00fchlte. Wenn einer das nicht erkennt, kann man ihn dann wirklich \u201ein Wirklichkeit gl\u00fccklich\u201c nennen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wann wurde der blaue Vogel blau (2)? Penetre: Der blaue Vogel steht f\u00fcr das Gl\u00fcck, nicht wahr? Was bedeutet die Geschichte aber wirklich? Ich: Ist das nicht ganz einfach? Das wahre Gl\u00fcck findet man nicht in der Ferne, sondern zuhause bei sich. Penetre: Bedeutet das, dass die Kinder, die sich auf die Suche nach dem Vogel gemacht haben, von Anfang an gl\u00fccklich waren \u2013 ohne es zu wissen? Oder haben sie das Gl\u00fcck erst am Ende gefunden, als Ergebnis ihrer Suche? Ich: Der Autor will mit seiner Geschichte vermutlich sagen, dass wir in Wirklichkeit schon gl\u00fccklich sind, ohne uns dessen von Anfang an bewusst zu sein. Die Frage ist nur, ob man jemanden schon gl\u00fccklich nennen kann, der sich seines Gl\u00fccks noch nicht bewusst ist. Wenn sich jemand nicht wirklich gl\u00fccklich f\u00fchlt, dann ist er auch nicht gl\u00fccklich \u2013 oder? Penetre: Du behauptest also, dass etwas nicht blau sein kann, wenn es nicht blau aussieht? Ich: Nein, das ist etwas anderes. Ob etwas blau aussieht oder nicht, liegt nicht nur daran, wie es der Betreffende sieht. F\u00fcr die Bl\u00e4ue gibt es objektive Kriterien. Welche Kriterien gibt es aber f\u00fcr das Gl\u00fcck, au\u00dfer ob sich jemand tats\u00e4chlich gl\u00fccklich f\u00fchlt oder nicht? Penetre: Also ist einer, dem man in einem Lebenssimulator ein gl\u00fcckliches Leben vorspielt, auch wirklich gl\u00fccklich \u2013 stimmt\u2019s (siehe 1-5)? Ich: Hmm\u2026 Da bin ich mir wiederum nicht so sicher. Penetre: Stell dir einen Menschen vor, dem man vorschwindelt, dass er in Wirklichkeit gl\u00fccklich sei. 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