{"id":14844,"date":"2016-11-21T16:28:11","date_gmt":"2016-11-21T16:28:11","guid":{"rendered":"http:\/\/antaiji.org\/?page_id=14844"},"modified":"2016-11-21T16:28:11","modified_gmt":"2016-11-21T16:28:11","slug":"deutsch-shoko","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/antaiji.org\/de\/history\/yearbooks\/yearbook-2016\/deutsch-shoko\/","title":{"rendered":"Shoko"},"content":{"rendered":"<h2>St\u00e4ndiges Scheitern<\/h2>\n<h4>Shoko<\/h4>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-4771\" alt=\"Muho\" src=\"https:\/\/antaiji.org\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/slider_%C2%A9Huebner_201406_0074_C10.jpg\" \/><\/p>\n<p><tt><br \/>\nAntaiji bedeutet f\u00fcr mich: st\u00e4ndiges Scheitern.<\/p>\n<p>An meinen Erwartungen und Vorstellungen \u00fcber mich und \u00fcber andere  --<br \/>\nund sicher auch an den Erwartungen die meine Umgebung mir gegen\u00fcber<br \/>\npflegt. Hier kann ich das sofort sp\u00fcren, ganz anders als im<br \/>\nAblenkungs- und Verdr\u00e4ngungssog Berlins. Manches hat sich seither auch<br \/>\nin mir und f\u00fcr andere sichtbar ge\u00e4ndert, manches wohl zum Leidwesen<br \/>\nmeiner Wegbegleiter eher nicht, aber man ist mit mir geduldig oder hat<br \/>\naufgegeben. Hab ich so auch nicht erwartet. Und dann bin ich wieder<br \/>\nv\u00f6llig verwundert, \u00fcber den gelegentlich expliziten Zuspruch, den ich<br \/>\nzu Haus st\u00e4ndig erwarte.<\/p>\n<p>In Antaiji ist es schlicht unm\u00f6glich sich zu verpissen oder irgendeine<br \/>\nRolle zu spielen, nichts bleibt verborgen, wir sind dort alle offene<br \/>\nB\u00fccher. Wenn man hier mit jemanden t\u00e4glich nebeneinander sitzend seine<br \/>\n4 Stunden Zazen teilt, verbringt man so wahrscheinlich mehr intime<br \/>\nZeit miteinander, als \u00fcblicherweise mit Freundin oder Ehefrau. W\u00e4hrend<br \/>\nman im heimatlichen Dojo nach 2 bis 3 Stunden, ob nun t\u00e4glich oder<br \/>\nw\u00f6chentlich, spielt keine Rolle, oft nur \"Tsch\u00fc\u00df\" sagt und sich wieder<br \/>\nin seine eigene Welt kuscheln kann, gehts hier erst richtig los, das<br \/>\nformale Essen, Saubermachen, die Arbeit, wieder Zazen. Keine Kneipe,<br \/>\nkein Caf\u00e8 weit und breit, keine Ausflucht, st\u00e4ndiges Reiben<br \/>\naneinander.<\/p>\n<p>Kann ich alles so nicht zu Hause haben.<\/p>\n<p>Sh\u014dk\u014d<br \/>\n<\/tt><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/antaiji.org\/yearbooks\/%E6%96%87%E9%9B%862016\/?lang=en\">Englische Beitr\u00e4ge gibt es hier (bitte klicken).<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>St\u00e4ndiges Scheitern Shoko Antaiji bedeutet f\u00fcr mich: st\u00e4ndiges Scheitern. An meinen Erwartungen und Vorstellungen \u00fcber mich und \u00fcber andere &#8212; und sicher auch an den Erwartungen die meine Umgebung mir gegen\u00fcber pflegt. Hier kann ich das sofort sp\u00fcren, ganz anders als im Ablenkungs- und Verdr\u00e4ngungssog Berlins. Manches hat sich seither auch in mir und f\u00fcr andere sichtbar ge\u00e4ndert, manches wohl zum Leidwesen meiner Wegbegleiter eher nicht, aber man ist mit mir geduldig oder hat aufgegeben. Hab ich so auch nicht erwartet. Und dann bin ich wieder v\u00f6llig verwundert, \u00fcber den gelegentlich expliziten Zuspruch, den ich zu Haus st\u00e4ndig erwarte. In Antaiji ist es schlicht unm\u00f6glich sich zu verpissen oder irgendeine Rolle zu spielen, nichts bleibt verborgen, wir sind dort alle offene B\u00fccher. Wenn man hier mit jemanden t\u00e4glich nebeneinander sitzend seine 4 Stunden Zazen teilt, verbringt man so wahrscheinlich mehr intime Zeit miteinander, als \u00fcblicherweise mit Freundin oder Ehefrau. W\u00e4hrend man im heimatlichen Dojo nach 2 bis 3 Stunden, ob nun t\u00e4glich oder w\u00f6chentlich, spielt keine Rolle, oft nur &#8222;Tsch\u00fc\u00df&#8220; sagt und sich wieder in seine eigene Welt kuscheln kann, gehts hier erst richtig los, das formale Essen, Saubermachen, die Arbeit, wieder Zazen. Keine Kneipe, kein Caf\u00e8 weit und breit, keine Ausflucht, st\u00e4ndiges Reiben aneinander. Kann ich alles so nicht zu Hause haben. 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