{"id":7094,"date":"2013-07-09T11:05:09","date_gmt":"2013-07-09T11:05:09","guid":{"rendered":"http:\/\/antaiji.org\/?page_id=7094"},"modified":"2015-09-13T09:00:57","modified_gmt":"2015-09-13T09:00:57","slug":"english-to-you-2-kosho-uchiyama-roshi","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/antaiji.org\/de\/services\/english-to-you-2-kosho-uchiyama-roshi\/","title":{"rendered":"Du willst M\u00f6nch werden?"},"content":{"rendered":"<h3>An dich, der du dich dazu entschlossen hast,<br \/>zum M\u00f6nch zu werden<\/h3>\n<p>von Uchiyama K\u014dsh\u014d R\u014dshi<\/p>\n<p>Fressen oder gefressen werden \u2013 so lautet das Motto dieser Welt. Wenn du nun aber nur deshalb zum M\u00f6nch werden willst, weil dir das Leben in dieser Welt zu bitter ist, und du lieber in Ruhe deinen Meditations-Tee trinkst w\u00e4hrend andere f\u00fcr dich arbeiten, dann richtet sich das, was ich im Folgenden zu sagen habe, nicht an dich. Mir geht es nicht um Leute, die sich zu professionellen buddhistischen Priestern ausbilden lassen wollen, um sich dann von den Almosen der anderen zu ern\u00e4hren. Ich richte mich hier an Menschen, die ihr eigenes Leben hinterfragen und dabei den Entschluss gefasst haben, endlich aufzubrechen und M\u00f6nch zu werden, um den Buddhaweg zu gehen.<\/p>\n<p>Menschen, die sich auf diese Weise zum Aufbruch des Herzens in der \u00dcbung entschlossen haben, m\u00fcssen zu allererst nach einem guten Meister und einer guten Gemeinschaft von Praktizierenden suchen. In alten Zeiten machten sich die M\u00f6nche mit Bambushut und Strohsandalen ausgestattet zur Wanderschaft in ferne L\u00e4nder auf, um ihren Meister und eine St\u00e4tte der \u00dcbung zu finden. Heute ist es einfacher, sich Informationen zu verschaffen, deshalb glaube ich, dass es das Beste ist, solche Informationen zu sammeln und zu pr\u00fcfen und sich dann f\u00fcr einen geeigneten Meister und Ort der \u00dcbung zu entscheiden.<\/p>\n<p>Dabei darfst du aber nicht vergessen, dass die \u00dcbung des Buddhaweges bedeutet, vom Ego abzulassen und Ichlosigkeit zu praktizieren. Vom Ego abzulassen und Ichlosigkeit zu praktizieren bedeutet auch, den Ma\u00dfstab deiner Gedanken, mit dem du gegenw\u00e4rtig alles beurteilst, loszulassen. Deshalb ist es wichtig, den Worten des Meisters und den Regeln der \u00dcbungsst\u00e4tte, f\u00fcr die du dich entschieden hast, zu folgen, ohne sofort deinen eigenen Senf dazuzugeben. Du solltest zun\u00e4chst einmal f\u00fcr wenigstens zehn Jahre schweigend an einem Ort durchsitzen.<\/p>\n<p>Wenn du, bevor die ersten zehn Jahre verstrichen sind, damit anf\u00e4ngst, dir gem\u00e4\u00df deines eigenen Ma\u00dfstabs Meinungen \u00fcber die guten und schlechten Seiten des Meisters und der \u00dcbungst\u00e4tte zu bilden, und auf die Suche gehst nach einem besseren Meister oder einer anderen \u00dcbungsst\u00e4tte, dann folgst du damit lediglich dem Ma\u00dfstab deiner eigenen Gedanken und bl\u00e4hst so dein Ego auf. Wenn du deinem Ego folgst, dann bedeutet das leider, dass du dem Buddhaweg <i>nicht<\/i> folgst.<\/p>\n<p>Von Anfang an wirst du dir im Klaren dar\u00fcber sein m\u00fcssen, dass jeder Meister nur ein Mensch und keinesfalls perfekt ist. Wichtig ist deine eigene \u00dcbung, deren Ziel sein muss, <i>dem unvollkommenen Meister auf so vollkommene Weise wie m\u00f6glich zu folgen<\/i>. Wenn du deinem Meister auf diese Weise folgst, dann ist diese \u00dcbung die Grundlage, auf der du dir selbst folgst. Deshalb sagt Dogen Zenji:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Dem Buddhaweg folgen bedeutet, sich selbst zu folgen.&#8220; (Genjokoan)<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Dem Meister zu folgen, den Sutras zu folgen, all das bedeutet, sich selbst zu folgen. Die Sutren sind die Schrift deiner selbst. Der Meister ist der Meister deiner selbst. Wenn du eine lange Wanderschaft unternimmst, um nach Meistern zu suchen, dann machst du damit eine lange Wanderschaft auf der Suche nach dir selbst. Wenn du hundert Gr\u00e4ser pfl\u00fcckst, pfl\u00fcckst du hundertmal dich selbst, und wenn du auf zehntausend B\u00e4ume kletterst, kletterst du zehntausend mal auf dich selbst. Verstehe, dass, wenn du auf diese Weise \u00fcbst, du nichts als dich selbst aus\u00fcbst. Wenn du so \u00fcbend verstehst, wirst du von dir selbst ablassen und dadurch dich selbst erst wirklich zu schmecken bekommen.&#8220; (Jisho-zanmai)<\/em><\/p>\n<p>Dass es wichtig f\u00fcr die \u00dcbung ist, einen Meister zu finden, wird oft gesagt, aber wer ist es eigentlich, der entscheidet, wer der richtige Meister ist? Entscheidest du es nicht letztlich mit dem Ma\u00dfstab deiner eigenen Gedanken (d.h. deinem Ego)? Solange du nach dem Meister au\u00dferhalb deiner eigenen \u00dcbung suchst, wirst du damit nur dein eigenes Ego aufbl\u00e4hen. Der Meister existiert nicht au\u00dferhalb deiner selbst: Das Zazen, in dem du selbst zu dir selbst wirst, ist der Meister. Das bedeutet die Zazen-\u00dcbung, in der du deine Gedanken wirklich losl\u00e4sst.<\/p>\n<p>Hei\u00dft das, dass es reicht, wenn wir ohne einen Meister einfach alleine Zazen machen? Nein, auf keinen Fall. Dogen Zenji sagt ja selbst im Anschluss an das obige Zitat aus dem Jisho-zanmai:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Wenn du h\u00f6rst, dass du dich selbst schmeckst und durch dich selbst zu dir selbst erwachst, dann schlie\u00dft du vielleicht \u00fcberst\u00fcrzt, dass du f\u00fcr dich alleine lernen solltest, ohne den Weg von einem Meister gewiesen zu bekommen. Das ist ein gro\u00dfer Fehler. Zu glauben, wir k\u00f6nnten uns auch ohne einen Meister selbst befreien, ist eine f\u00e4lschliche Meinungen, die auf die &#8218;Naturalismus&#8216;-Philosophie Indiens zur\u00fcckgeht.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Wenn du ohne einen Meister f\u00fcr dich alleine \u00fcbst, wirst du letztlich einfach nur das tun, was dir gerade in den Sinn kommt, aber das hat mit dem Buddhaweg nichts zu tun. Trotz allem ist es unerl\u00e4sslich, zun\u00e4chst einen guten Meister zu finden und ihm zu folgen. Gl\u00fccklicherweise gibt es in Japan noch Meister, die die Buddhalehre in der Form von Zazen korrekt \u00fcbertragen bekommen haben. Einem solchen Meister solltest du ohne Murren folgen, in dem du mindestens zehn Jahre schweigend durchsitzt. Nach zehn Jahren sitze noch einmal f\u00fcr zehn Jahre, und nach zwanzig Jahren von Neuem f\u00fcr zehn Jahre. Wenn du auf diese Weise f\u00fcr drei\u00dfig Jahre durchsitzt, wirst du dir dadurch einen guten \u00dcberblick \u00fcber die Landschaft des Zazen verschaffen \u2013 und das bedeutet gleichzeitig auch einen guten \u00dcberblick \u00fcber die Landschaft deines eigenen Lebens. Nat\u00fcrlich hat deine \u00dcbung damit nicht ihr Ende gefunden \u2013 das ganze Leben ist der Inhalt deiner \u00dcbung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An dich, der du dich dazu entschlossen hast,zum M\u00f6nch zu werden von Uchiyama K\u014dsh\u014d R\u014dshi Fressen oder gefressen werden \u2013 so lautet das Motto dieser Welt. Wenn du nun aber nur deshalb zum M\u00f6nch werden willst, weil dir das Leben in dieser Welt zu bitter ist, und du lieber in Ruhe deinen Meditations-Tee trinkst w\u00e4hrend andere f\u00fcr dich arbeiten, dann richtet sich das, was ich im Folgenden zu sagen habe, nicht an dich. Mir geht es nicht um Leute, die sich zu professionellen buddhistischen Priestern ausbilden lassen wollen, um sich dann von den Almosen der anderen zu ern\u00e4hren. Ich richte mich hier an Menschen, die ihr eigenes Leben hinterfragen und dabei den Entschluss gefasst haben, endlich aufzubrechen und M\u00f6nch zu werden, um den Buddhaweg zu gehen. Menschen, die sich auf diese Weise zum Aufbruch des Herzens in der \u00dcbung entschlossen haben, m\u00fcssen zu allererst nach einem guten Meister und einer guten Gemeinschaft von Praktizierenden suchen. In alten Zeiten machten sich die M\u00f6nche mit Bambushut und Strohsandalen ausgestattet zur Wanderschaft in ferne L\u00e4nder auf, um ihren Meister und eine St\u00e4tte der \u00dcbung zu finden. Heute ist es einfacher, sich Informationen zu verschaffen, deshalb glaube ich, dass es das Beste ist, solche Informationen zu sammeln und zu pr\u00fcfen und sich dann f\u00fcr einen geeigneten Meister und Ort der \u00dcbung zu entscheiden. Dabei darfst du aber nicht vergessen, dass die \u00dcbung des Buddhaweges bedeutet, vom Ego abzulassen und Ichlosigkeit zu praktizieren. Vom Ego abzulassen und Ichlosigkeit zu praktizieren bedeutet auch, den Ma\u00dfstab deiner Gedanken, mit dem du gegenw\u00e4rtig alles beurteilst, loszulassen. Deshalb ist es wichtig, den Worten des Meisters und den Regeln der \u00dcbungsst\u00e4tte, f\u00fcr die du dich entschieden hast, zu folgen, ohne sofort deinen eigenen Senf dazuzugeben. 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