{"id":17098,"date":"2019-01-28T23:56:56","date_gmt":"2019-01-28T23:56:56","guid":{"rendered":"https:\/\/antaiji.org\/?p=17098"},"modified":"2019-01-31T03:24:43","modified_gmt":"2019-01-31T03:24:43","slug":"20190129","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/antaiji.org\/de\/20190129\/","title":{"rendered":"Hitoshi Nagai: Penetre und ich (1-8\/9\/10 Menschen in Schwierigkeiten soll man nicht helfen, l\u00fcgen darf man, aber Versprechen muss man halten &#038; warum man nicht zur Schule gehen muss), 29. Januar 2019"},"content":{"rendered":"<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/PuZbcYiBpow\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><b>Hitoshi Nagai:<br \/>\nPenetre und ich<\/b><\/p>\n<p><b>1-8 Menschen in Schwierigkeiten soll man nicht helfen<\/b><\/p>\n<p>Ich: Wenn einer in Schwierigkeiten steckt, muss man ihm helfen, nicht wahr? Menschen, die leiden, haben doch unsere Unterst\u00fctzung verdient!<br \/>\nPenetre: Nein. Man sollte Menschen, denen es schlecht geht, nicht allzu sehr helfen. Nur wenn es sich um ein akutes Problem handelt, so wenn einer sich verletzt hat oder sein Portemonnaie verloren hat, ist Hilfe angebracht. Wenn es aber um eine tiefere, schwerere Form des Leidens handelt, musst du dasselbe Leiden ebenso tief und schwer am eigenen Leib erfahren, um dem anderen helfen zu k\u00f6nnen. Das ist eine Last, die man nicht jederzeit auf sich laden kann. Wenn du es versuchst, kann diese Last dich psychisch zerst\u00f6ren. <b>Nur wenn du in deinem Leben tiefes und schweres Leid gekostet hast, ist es dir m\u00f6glich, einem anderen zu helfen, der dasselbe Leid erf\u00e4hrt<\/b>. Denn nur in einem solchen Fall ist es m\u00f6glich, dem anderen zu helfen, ohne dass er es merkt, dass man ihm helfen will.<br \/>\nIch: Das klingt ganz sch\u00f6n schwierig!<br \/>\nPenetre: Nein, so schwierig ist das gar nicht\u2026 Nur eines darfst du nie vergessen: Du solltest nie das Leid eines anderen dazu missbrauchen, um die Misere des eigenen Lebens auszuloten.<\/p>\n<p><b>1-9 L\u00fcgen darf man, aber Versprechen muss man halten?<\/b><\/p>\n<p>Ich: Man sollte nicht l\u00fcgen oder Versprechen brechen, nicht wahr?<br \/>\nPenetre: Vergiss nicht, dass L\u00fcgen etwas ganz anderes ist als ein Versprechen zu brechen! Gew\u00f6hnlich gehen wir davon aus, dass wir nicht belogen werden, aber wer verspricht denn von sich aus, dass er nicht l\u00fcgt? <b>Wenn jemand dagegen ein Versprechen macht, dann geht er eine Verpflichtung ein. Er h\u00e4tte ja auch darauf verzichten k\u00f6nnen<\/b>. Nur wenn man vor Gericht unter Eid aussagt, bedeutet eine L\u00fcge soviel wie ein gebrochenes Versprechen.<br \/>\nIch: Aber es kommt doch vor, dass man ein Versprechen brechen muss. Zum Beispiel dann, wenn ein dringendes Ereignis das Einhalten des Versprechens unm\u00f6glich macht.<br \/>\nPenetre: Selbstverst\u00e4ndlich. Aber in dem Fall ist etwas von so gro\u00dfer Wichtigkeit eingetreten, das sich zum Zeitpunkt des Versprechens nicht vorhersehen lie\u00df. Angekommen, Anton verspricht Berta, sie um halb vier vor dem Bahnhof zu treffen. Zu dem Zeitpunkt k\u00f6nnten sie sich auch f\u00fcr vier Uhr verabreden, oder vereinbaren, sich auf dem Bahnsteig zu treffen. Aber selbst dann, wenn sich die beiden aus keinem besonders wichtigen Grund miteinander verabreden, sind sie danach trotzdem daran gebunden. Egal, wie trivial der Grund gewesen sein mag, ein Versprechen ist allein deshalb wichtig, weil es gegeben wurde. Wenn es nur um einen selbst ginge, k\u00f6nnte man die Planung jederzeit \u00e4ndern. Wenn man sich verabredet hat, geht das nicht. Die andere Person wird ja ebenfalls versuchen, sich an die Verabredung zu halten, selbst wenn sie etwas zu tun hat, das eigentlich wichtiger ist.<br \/>\nIch: Das hei\u00dft, dass man ein Versprechen nicht brechen darf, solange kein wirklicher Notfall eintritt?<br \/>\nPenetre: Es sei denn, es geht dir darum, das Versprechen zu brechen. Denn versprechen kannst du alles m\u00f6gliche, nur versprechen, dass du diese Versprechen auch h\u00e4lst, das kannst du nicht. Insofern unterscheidet sich einer, der sich nicht an seine Versprechen h\u00e4lt, nicht von einem L\u00fcgner.<br \/>\nIch: Was?<\/p>\n<p><b>1-10 Muss man zur Schule gehen?<\/b><\/p>\n<p>Ich: Du hast es gut! Katzen m\u00fcssen nicht zur Schule gehen.<br \/>\nPenetre: Warum glaubst du denn, zur Schule gehen zu m\u00fcssen?<br \/>\nIch: Warum? Weil meine Eltern das sagen, und die Lehrer in der Schule auch!<br \/>\nPenetre: F\u00fcr viele Fragen im Leben gibt es offizielle Antworten, auf die sich die Welt geeinigt hat. Damit die Welt nicht aus den Fugen ger\u00e4t, ist es notwendig, dass alle an diese Antworten glauben. Wem es gelingt, diese Antworten ohne den geringsten Zweifel zu schlucken, dem wird das Leben in der Welt leicht fallen. Wenn es dir nicht gelingt, solltest du es aber nicht mit Gewalt versuchen.<br \/>\nIch: Willst du damit sagen, dass man die offiziellen Antworten nicht glauben muss?<br \/>\nPenetre: Alles hat ein Innen und ein Au\u00dfen. Wenn du es Innen nicht aush\u00e4ltst, gehe nach Au\u00dfen. Wenn du nicht zur Schule gehen willst, lass es bleiben. Allerdings gibt es keinen Weg, aus der Welt selbst auszutreten, solange du lebst. <b>Letztlich hast du deshalb keine andere Wahl, als die offiziellen Antworten zu schlucken, die die Welt braucht, um die \u00f6ffentliche Ordnung zu wahren<\/b>. Zumindest musst du so tun, als ob du an diese Antworten glaubst. Wenn dir selbst das zuwider ist, hast du keine andere Wahl als dich umzubringen beziehungsweise dich t\u00f6ten zu lassen.<br \/>\nIch: Mich t\u00f6ten lassen?<br \/>\nPenetre: Wenn du beispielsweise nicht akzeptieren willst, dass es sich von selbst versteht, anderen nicht das Leben zu nehmen, und auch nicht so tun willst, als h\u00e4ttest du es akzeptiert, dann kann es durchaus aus sein, dass man dich deswegen umbringt. Die Welt r\u00e4cht sich an dir, in dem sie deine Grunds\u00e4tze auf dich selbst anwendet.<br \/>\nIch: Meinst du die Todesstrafe? Ist die denn notwendig?<br \/>\nPenetre: Nur wenn Gef\u00e4ngnishaft nicht als ein Abschied aus der Welt gilt.<br \/>\n<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hitoshi Nagai: Penetre und ich 1-8 Menschen in Schwierigkeiten soll man nicht helfen Ich: Wenn einer in Schwierigkeiten steckt, muss man ihm helfen, nicht wahr? Menschen, die leiden, haben doch unsere Unterst\u00fctzung verdient! Penetre: Nein. Man sollte Menschen, denen es schlecht geht, nicht allzu sehr helfen. Nur wenn es sich um ein akutes Problem handelt, so wenn einer sich verletzt hat oder sein Portemonnaie verloren hat, ist Hilfe angebracht. Wenn es aber um eine tiefere, schwerere Form des Leidens handelt, musst du dasselbe Leiden ebenso tief und schwer am eigenen Leib erfahren, um dem anderen helfen zu k\u00f6nnen. Das ist eine Last, die man nicht jederzeit auf sich laden kann. Wenn du es versuchst, kann diese Last dich psychisch zerst\u00f6ren. Nur wenn du in deinem Leben tiefes und schweres Leid gekostet hast, ist es dir m\u00f6glich, einem anderen zu helfen, der dasselbe Leid erf\u00e4hrt. Denn nur in einem solchen Fall ist es m\u00f6glich, dem anderen zu helfen, ohne dass er es merkt, dass man ihm helfen will. Ich: Das klingt ganz sch\u00f6n schwierig! Penetre: Nein, so schwierig ist das gar nicht\u2026 Nur eines darfst du nie vergessen: Du solltest nie das Leid eines anderen dazu missbrauchen, um die Misere des eigenen Lebens auszuloten. 1-9 L\u00fcgen darf man, aber Versprechen muss man halten? Ich: Man sollte nicht l\u00fcgen oder Versprechen brechen, nicht wahr? Penetre: Vergiss nicht, dass L\u00fcgen etwas ganz anderes ist als ein Versprechen zu brechen! Gew\u00f6hnlich gehen wir davon aus, dass wir nicht belogen werden, aber wer verspricht denn von sich aus, dass er nicht l\u00fcgt? Wenn jemand dagegen ein Versprechen macht, dann geht er eine Verpflichtung ein. Er h\u00e4tte ja auch darauf verzichten k\u00f6nnen. Nur wenn man vor Gericht unter Eid aussagt, bedeutet [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[29,78],"tags":[],"class_list":["post-17098","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-blog","category-video"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/antaiji.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17098","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/antaiji.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/antaiji.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/antaiji.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/antaiji.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17098"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/antaiji.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17098\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17119,"href":"https:\/\/antaiji.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17098\/revisions\/17119"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/antaiji.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17098"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/antaiji.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17098"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/antaiji.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17098"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}