{"id":17851,"date":"2019-07-17T13:17:02","date_gmt":"2019-07-17T13:17:02","guid":{"rendered":"https:\/\/antaiji.org\/?p=17851"},"modified":"2019-07-20T06:49:19","modified_gmt":"2019-07-20T06:49:19","slug":"20190717-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/antaiji.org\/de\/20190717-2\/","title":{"rendered":"Hitoshi Nagai: Penetre und ich (29), 14. Juli 2019"},"content":{"rendered":"<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/icOGfVsn3dI\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Kommentar: Dieser Augenblick ist die Ewigkeit, denn wir haben nichts anderes. Was wir daraus machen, liegt allein an uns. Meine Musikempfehlung zum Thema: B\u00f6hse Onkelz &#8211; Dunkler Ort<\/p>\n<p>Antwort: Die Frage ist nur: Wer ist &#8222;wir&#8220;? Machen &#8222;wir&#8220; etwas aus diesem Augenblick, oder muss &#8222;ich&#8220; derjenige sein, denn es gibt keinen anderen, der mir diese Aufgabe abnehmen kann? Denn ich kann ja genauso gut sagen: Dieses Bewusstsein, das ich &#8222;ich&#8220; nenne, ist eins mit dem Kosmos &#8211; ich habe nichts anderes (es gibt kein anderes!). Es liegt allein an mir, ob ich die Welt erschaffe (&#8222;Es werde Licht!&#8220;) oder zerstoere. Der stoerende Gedanke dabei ist nur: Aber es gibt DOCH auch andere, die ich zwar nicht so &#8222;habe&#8220; wie ich dieses Bewusstsein habe, von denen ich mir aber trotzdem nicht vorstellen kann, dass sie nicht, auf ihre Weise, in ihrer Welt, &#8222;sind&#8220;. Deshalb scheint &#8222;uns&#8220; der gesunde Menschenverstand zu sagen, dass wir doch nicht das Licht am Anfang der Welt sind, sondern lediglich Nachkommen der beiden nackten Affen, die am spaeten Nachmittag des sechsten Tages das Licht der Welt (nur) erblickten.<br \/>\nSo wie ich mir am 14. Juli nicht ernsthaft vorstellen kann, dass es den 13. Juli nie gegeben hat und den 15. Juli nie geben wird. Und zwar nicht einfach als &#8222;Teil dieses Augenblicks&#8220;, sondern als jeweils eigenstaendige &#8222;ewige Augenblicke&#8220;, in denen dieser ewige Augenblick (14. Juli 2019) nur ein kleiner Tropfen ist. &#8222;Ich&#8220; und &#8222;jetzt&#8220; waeren also Tropfen, in denen sich das ganze Universum spiegelt (insofern ewig und unbegernzt), aber ich kann und will die unabhaengige Existenz anderer Tropfen AUSSERHALB dieses Trofens nicht leugnen, in denen dieser Tropfen sich spiegelt.<\/p>\n<p>(Simone Weil: &#8222;An die Existenz anderer menschlicher Wesen als solche zu glauben, ist Liebe.&#8220; &#8222;Mit reiner Liebe lieben hei\u00dft in den Abstand einwilligen, hei\u00dft den Abstand verehren zwischen einem selbst und dem, was man liebt.&#8220; <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.marschler.at\/worte-simone-weil.htm\" rel=\"noopener noreferrer\">marschler.at\/worte-simone-weil.htm<\/a>)<\/p>\n<p>Die Frage ist also nicht: &#8222;Gibt es die Zeit&#8220; oder &#8222;Gibt es die anderen&#8220;, sondern wie gehe ich mit der Zeit und den anderen um.<br \/>\nEntweder<br \/>\n&#8222;Jeden Tag treten Menschen in mein Leben<br \/>\nUnd wieder raus. Ich habe aufgeh\u00f6rt zu z\u00e4hlen.<br \/>\nWir begr\u00fc\u00dfen uns mit Floskeln, \u00fcbers\u00e4hen uns mit Spott,<br \/>\nBelegen uns mit Dogmen. Doch richten kann nur Gott.<br \/>\nDies ist ein dunkler Ort, weil Du ihn dazu machst<br \/>\nDies ist ein dunkler Ort und Du hast ihn erdacht&#8220;<br \/>\nOder<br \/>\n&#8222;Worte der Liebe bedeuten, den leidenden Wesen mit einem zuneigungsvollen Herzen zu begegnen und g\u00fctige Worte an sie zu richten. Es sind keine b\u00f6sen und r\u00fcden Worte. \u00dcberall in der Welt geziemt es sich, nach dem Befinden zu fragen, und auch auf dem Buddhaweg sagen wir &#8222;Leb&#8216; wohl&#8220; oder &#8222;Wie geht es Ihnen?&#8220;. Wenn wir mit Worten sprechen, die die leidenden Wesen mit einem g\u00fctigen Herzen bedenken, so als w\u00e4ren sie unsere neugeborenen Kinder, dann sprechen wir Worte der Liebe.&#8220;<br \/>\nEntweder<br \/>\n&#8222;Wir warten auf den Tod, verschwenden unsere Zeit<br \/>\nTun was man von uns erwartet, zahlen den Preis f\u00fcr unsere Feigheit.<br \/>\nDie Tage ziehen vorbei, wir schei\u00dfen und fressen<br \/>\nUnsere Zimmer sind S\u00e4rge, Geld hilft uns zu vergessen<br \/>\nDies ist ein dunkler Ort, weil Du ihn dazu machst<br \/>\nDies ist ein dunkler Ort und Du hast ihn erdacht.&#8220;<br \/>\nOder<br \/>\n&#8222;Im t\u00e4glichen Leben, in Arbeit und Gesch\u00e4ft gibt es nichts, was nicht Akt des Gebens w\u00e4re. Die Bl\u00fcten dem Wind zu \u00fcberlassen, und die V\u00f6gel der Zeit zu \u00fcberlassen, geh\u00f6rt ebenfalls zu den Tugenden des Gebens. &#8230; Es gibt Zeiten, in denen das Herz die Dinge umwandelt, und es gibt Akte des Gebens, in denen Dinge das Herz umwandeln.&#8220;<br \/>\n(<a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/antaiji.org\/archives\/deu\/bss.shtml\" rel=\"noopener noreferrer\">antaiji.org\/archives\/deu\/bss.shtml<\/a>)<br \/>\n<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kommentar: Dieser Augenblick ist die Ewigkeit, denn wir haben nichts anderes. Was wir daraus machen, liegt allein an uns. Meine Musikempfehlung zum Thema: B\u00f6hse Onkelz &#8211; Dunkler Ort Antwort: Die Frage ist nur: Wer ist &#8222;wir&#8220;? Machen &#8222;wir&#8220; etwas aus diesem Augenblick, oder muss &#8222;ich&#8220; derjenige sein, denn es gibt keinen anderen, der mir diese Aufgabe abnehmen kann? Denn ich kann ja genauso gut sagen: Dieses Bewusstsein, das ich &#8222;ich&#8220; nenne, ist eins mit dem Kosmos &#8211; ich habe nichts anderes (es gibt kein anderes!). Es liegt allein an mir, ob ich die Welt erschaffe (&#8222;Es werde Licht!&#8220;) oder zerstoere. Der stoerende Gedanke dabei ist nur: Aber es gibt DOCH auch andere, die ich zwar nicht so &#8222;habe&#8220; wie ich dieses Bewusstsein habe, von denen ich mir aber trotzdem nicht vorstellen kann, dass sie nicht, auf ihre Weise, in ihrer Welt, &#8222;sind&#8220;. Deshalb scheint &#8222;uns&#8220; der gesunde Menschenverstand zu sagen, dass wir doch nicht das Licht am Anfang der Welt sind, sondern lediglich Nachkommen der beiden nackten Affen, die am spaeten Nachmittag des sechsten Tages das Licht der Welt (nur) erblickten. So wie ich mir am 14. Juli nicht ernsthaft vorstellen kann, dass es den 13. Juli nie gegeben hat und den 15. Juli nie geben wird. Und zwar nicht einfach als &#8222;Teil dieses Augenblicks&#8220;, sondern als jeweils eigenstaendige &#8222;ewige Augenblicke&#8220;, in denen dieser ewige Augenblick (14. Juli 2019) nur ein kleiner Tropfen ist. &#8222;Ich&#8220; und &#8222;jetzt&#8220; waeren also Tropfen, in denen sich das ganze Universum spiegelt (insofern ewig und unbegernzt), aber ich kann und will die unabhaengige Existenz anderer Tropfen AUSSERHALB dieses Trofens nicht leugnen, in denen dieser Tropfen sich spiegelt. 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