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Hitoshi Nagai: Penetre und ich (Könnte es nicht sein, dass ICH nicht mehr und nicht weniger bin als das, was Gott geschaffen hat?), 10 Juni 2019

Frage: Könnte es nicht sein, dass ICH nicht mehr und nicht weniger bin als das was Gott geschaffen hat? D.h. also die beiden beschriebenen Welten, die Gott geschaffen hat, sind nicht nur fast gleich, sondern 100% gleich.
Muho: Die beiden Welten sind tatsaechlich 100% gleich. Zumindest aus der Perspektive Gottes.
Aber wie gesagt, aus meiner Perspektive kann es dch keinen groesseren Unterschied geben als den zwischen einer Welt A, in der es zwar einen Muho gibt, aber in der ich nicht Muho bin, und einer Welt B, in der ich (so wie jetzt) der Muho bin.
Eben weil diese beiden Welten sowohl aus der Perspektive Gottes als auch jedes anderen Menschen, der nciht ich bin, 100% identisch sind, kann ich sagen: Ich weiss etwas, dass ihr nicht wisst. Naemluch dass ich bin. Gott hat mich (=Muho) erschaffen, aber er weiss nicht wer ich bin (er weiss natuerlich, wer Muho ist). Denn er weiss nicht, dass ICH BIN. Das gilt natuerich fuer DICH genauso.
Gott weiss natuerlich, wer Muho ist. Aber er weiss nicht, dass ICH Muho bin. ER weiss auch nicht, wer DU bist. Auch ich kann das nicht wissen. Ich weiss ein wenig von dir als Person, aber DICH kann ich nicht kennen. So wie Gott DiICH nicht kennen kann.

Frage: Wieso meinst Du gibt es einen Unterschied zwischen Dir und Muho, bzw. es könnte einen geben, in einer der Welten. Ich würde behaupten, zwischen Dir und Muho kann es keinen Unterschied geben, denn die Attribute von Muho machen Dich zu Dir. Ich behaupte, ICH könnte nie in einem anderen Menschen sein, da mich dieser Mensch, der das Smartphone in der Hand hält, zu mir macht.
Welche […]

Rutenkai (Zazen am Sonntag im Schlosspark von Osaka), 9. Juni 2019

Hitoshi Nagai: Penetre und ich (3-12 Ist es notwendig, dass ich auf der Welt bin (2)?), 6. Juni 2019

Hitoshi Nagai:
Penetre und ich

3-12 Ist es notwendig, dass ich auf der Welt bin (2)?)

Penetre: Stelle dir vor, es gäbe noch keinen Menschen auf der Erde. Da beschließt Gott eines Tages, fünf Menschen zu erschaffen. Natürlich sehen alle fünf verschieden aus und haben auch einen anderen Charakter. Die Frage ist: Was muss Gott dazu tun, damit nicht einfach fünf Individuen mit ihrem jeweiligen Körper und Bewusstsein entstehen, sondern damit einer dieser fünf Menschen zu einem selbst wird?
Ich: Zu einem selbst? Meinst du, dass ich einer von den fünf sein soll?
Penetre: Ja, genau! In der Welt hat es dich bis zu dem Zeitpunkt noch nicht gegeben. Selbst wenn Gott ein Individuum erschafft, dass genauso aussieht und denkt wie du, gibt es doch keinen Grund, warum das du sein solltest. Was ist notwendig, damit einer der fünf Menschen du bist? Was muss Gott dafür hinzufügen?
Ich: Damit ich einer von den Fünfen bin, reicht es nicht, dass Gott fünf verschiedene Körper mit ihrem jeweiligen Bewusstsein erschafft. Denn dann hätte er ja nur fünf Menschen erschaffen, die auf gleiche Weise über ein individuelles Selbst verfügen. Damit eines davon auf eine ganz andere Art existiert – indem es mein Selbst ist – braucht es etwas mehr als fünf verschiedene Körper mit ihrem jeweiligen Bewusstsein.
Penetre: Die Frage ist nur, ob Gott in der Lage ist, dieses „etwas mehr“ hinzuzufügen? Selbst der Allmächtige kann eines nicht: Dich erschaffen!
Ich: Wie ist das möglich!?
Penetre: Egal, ob einer der fünf Menschen zufällig du bist oder nicht, Gott könnte den Unterschied nicht erkennen. Denn zwischen diesen beiden möglichen Welten gäbe es nicht den geringsten Unterschied!
Ich: Wenn es für Gott keinen Unterschied gibt, dann kann er auch nicht entscheiden, ob er eine […]

Rutenkai (Zazen am Sonntag im Schlosspark von Osaka), 2. Juni 2019

Hitoshi Nagai: Penetre und ich (3-11 War es notwendig, dass ich auf die Welt gekommen bin (1)?), 31. Mai 2019

Hitoshi Nagai:
Penetre und ich

3-11 War es notwendig, dass ich auf die Welt gekommen bin (1)?

Penetre: Weißt du was notwendig war, damit du auf die Welt kommen konntest?
Ich: Natürlich, das habe ich doch in der Schule gelernt! Eine Eizelle meiner Mutter wurde von einer Samenzelle meines Vaters befruchtet, als die beiden vor vierzehn Jahren Geschlechtsverkehr miteinander hatten. Von den Millionen von Samenzellen in der Samenflüssigkeit ist es nur ein einziges, dass sich mit der Eizelle verbinden kann. Deshalb war die Wahrscheinlichkeit, dass ich geboren werde, weniger als ein Millionstel!
Penetre: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Individuum mit genau den Eigenschaften, die du hast, geboren wird, mag weniger als ein Millionstel gewesen sein. Aber wie groß war wohl die Wahrscheinlichkeit, dass du – und nicht irgendein anderer – als dieses spezielle Individuum geboren wurde?
Ich: Jetzt verstehe ich gar nichts mehr!
Penetre: Angekommen, dass die 391 578 426ste Samenzelle deines Vaters sich mit der Eizelle deiner Mutter verbunden hätte. Damit hätte festgestanden, welche Eigenschaften das daraus entstehende Individuum haben wird. Aber das ist ja noch lange kein Grund dafür, dass genau dieser Mensch du sein musstest. Genauso gut hätte dieser Mensch als eine fremde Person geboren werden können. Oder umgekehrt: Wenn als Resultat der Verbindung der 258 749 631sten Samenzelle mit derselben Eizelle ein Individuum mit ganz anderen Eigenschaften als deinen geboren worden wäre, hätte dieser Mensch nicht trotzdem du sein können? Und es hätte ja durchaus auch die Möglichkeit gegeben, dass kein einziges dieser Millionen von möglichen Individuen als du geboren worden wäre.
Ich: Da magst du recht haben. Selbst wenn eine andere Samenzelle die Eizelle meiner Mutter befruchtet hätte und sie ein ganz anderes Kind geboren hätte, gibt es doch keinen Grund, warum ich […]

Hitoshi Nagai: Penetre und ich (3-10 Der Lebenssimulator (2)), 26. Mai 2019

Hitoshi Nagai:
Penetre und ich

3-10 Der Lebenssimulator (2)

Penetre: Wir haben uns schon einmal über den Lebenssimulator unterhalten, nicht wahr? Damals hattest du gesagt, dass dir die härteste Wirklichkeit lieber wäre als ein vom Simulator vorgespieltes, lebenslanges Glück.
Ich: Ja, genau. Und du hattest damals gesagt, dass es doch denkbar wäre, dass dieses Leben, das ich jetzt lebe, in Wirklichkeit ein Traum ist, der mir von diesem Simulator vorgespielt wird. Aber ist das wirklich möglich? Kann ich mir denn vorstellen, dass dieses Leben eine Illusion ist und mein wirkliches Leben außerhalb der Illusion liegt?
Penetre: Es gibt da ein noch grundlegenderes Problem.
Ich: Was meinst du?
Penetre: Selbst wenn es denkbar wäre, dass du an einen solchen Simulator angeschlossen bist. Warum sollte das Leben, dass der Simulator dann vorspielt, dein Leben sein? Das simulierte Leben wäre wie ein Theaterstück, dass sich auf der Bühne deines Gehirns abspielt. Aber in dem Theaterstück kämst du selbst doch gar nicht vor! Da ist ein anderer Hauptdarsteller, der ein anderes Leben als du lebst. Oder kannst du dir wirklich sicher sein, dass dieser andere Hauptdarsteller trotzdem du wärest? Bei einem Traum kannst du sagen, dass du es warst, der geträumt hat – aber nur, nachdem du aufgewacht bist. Wenn du ein Leben lang an den Simulator angeschlossen bist, gibt es kein Aufwachen!
Ich: Du meinst, der Hauptdarsteller des simulierten Lebens könnte ein ganz anderer sein als ich? Aber ich wäre trotzdem noch der, der diese Simulation erlebt, oder nicht?
Penetre: Umgekehrt! Stell dir vor, dieses Leben, das du gerade lebst, ist das Resultat einer Simulation, die sich im Gehirn eines anderen abspielt. Kannst du dir wirklich sicher sein, dass dieser andere, den man an den Simulator angeschlossen hat, du bist? […]

Talk on the Gyoji chapter of Dogen’s Shobogenzo (Japanisch & Englisch), 24. Mai 2019

Calmly imagine the ceaseless practice that was happening on Mount Isan long ago. What I mean by ‘imagine’ means thinking about how it would be for us today if we were residing on Mount Isan. The sound of the rain deep in the night was probably not just of water washing over the moss, for the rain would certainly have had the strength to bore through boulders. On the snowy nights in the dead of winter, the birds and beasts must have been scarce indeed, and how much less would there have been smoke from man-made fires to acknowledge human existence! It was a way of living that could not have been tolerated, were it not for the Master’s ceaseless practice in which he made light of his life whilst stressing the Dharma. He was in no hurry to cut down the undergrowth, nor did he engage in cutting down trees to clear the land for building. He just continued his ceaseless practice and simply did his utmost to practice the Way. What a pity that an
authentic Ancestor who had Transmitted, and kept to, the True Dharma came to undergo such hardships in such precipitous mountains! It is said that Mount Isan had many ponds and running water, so there must have been thick ice and dense banks of fog. Most people could not have tolerated such a secluded life,
nevertheless Isan transformed it into the Buddha’s Way and explored Its innermost purpose. Today, we are able to learn of his expressions of the Way and Its purpose because of the ceaseless practice that he did. Even though we may not be listening with a casual attitude, we still need […]

Um die Halle herum, 23. Mai 2019

Hitoshi Nagai: Penetre und ich (3-9 Die Welt wird von einem Vertrag zusammengehalten (2)) & Zazen in Osaka, 19. Mai 2019

Hitoshi Nagai:
Penetre und ich

3-9 Die Welt wird von einem Vertrag zusammengehalten (2)

Penetre: Erinnerst du dich an unser Gespräch über den Gesellschaftsvertrag (siehe 1-6)? Weil man im natürlichen Zustand ständig Angst um sein Leben haben muss, versprachen sich die Menschen gegenseitig, sich an Gesetze und eine gemeinsame Moralvorstellung zu halten. Die Frage ist nur: Wer garantiert denn, dass dieses Versprechen auch eingehalten wird? Es hat ja niemand versprochen, sich an das Versprechen zu halten.
Ich: Ja, ich erinnere mich. Ich zweifele auch daran, dass es möglich ist, sich auf einen letztgültigen Gesellschaftsvertrag zu einigen.
Penetre: Da irrst du dich! Wahrscheinlich stellst du dir vor, dass der Gesellschaftsvertrag von Menschen abgeschlossen wurde, die so wie du und ich – wobei ich natürlich eine Katze bin – darüber diskutiert und sich dann geeinigt haben. Aber das ist ein Missverständnis. In Wirklichkeit ist es umgekehrt: Nur deshalb, weil der Gesellschaftsvertrag abgeschlossen wurde, gibt es heute Menschen wie dich und mich – wobei ich natürlich eine Katze bin! Unser heutiges Welt- und Menschenbild – das, was man den gesunden Menschenverstand nennt – gäbe es ohne den Gesellschaftsvertrag nicht. Die Welt, in der wir leben, ist ein Resultat des Gesellschaftsvertrags: Das ist die eigentliche Bedeutung der Theorie vom Gesellschaftsvertrag. Deshalb macht es gar keinen Sinn, nach einer Garantie des Vertrages zu fragen. Nur weil der Vertrag – aus welchem Grund auch immer – gehalten wurde, können wir heute als sein Resultat über ihn nachdenken und zweifeln.
Der Gesellschaftsvertrag ist also so etwas wie die Erde, auf der wir uns immer schon befinden, bevor wir sie für rund erklären oder über ihre Anziehungskraft reden können. Und die Versprechen, die wir im Alltag abgeben, kann man mit der […]

Hitoshi Nagai: Penetre und ich (3-7&8 Hat Newton die Anziehungskraft wirklich entdeckt, als er einen Apfel vom Baum fallen sah? Die Erde ist nicht rund!), 7. Mai 2019

Hitoshi Nagai:
Penetre und ich

3-7 Hat Newton die Anziehungskraft wirklich entdeckt, als er einen Apfel vom Baum fallen sah?

Ich: Mir kommt es seltsam vor, dass Newton die Anziehungskraft entdeckt haben soll, als er einen Apfel vom Baum fallen sah.
Penetre: Warum?
Ich: Ich verstehe es, wenn ein Wissenschaftler mit seinem Teleskop einen neuen Himmelskörper beobachtet oder unter dem Mikroskop ein neues Bakterium entdeckt. Denn dann erkennt er ja etwas Neues, dass es bis dahin so noch nicht gab. Aber was ist alltäglicher, als ein Apfel, der vom Baum fällt. Unzählige Menschen werden das vor Newton beobachtet haben. Wie kann man eine Entdeckung machen, wenn gar nichts Neues passiert?
Penetre: Da hast du recht. Wenn es eine Entdeckung wäre wie „faule Äpfel fallen früher vom Baum als gesunde“, dann könnte man darauf auch durch gute Beobachtung kommen. Aber darauf, dass sich alle Dinge, die über eine Masse verfügen, gegenseitig anziehen, darauf wird man beim Betrachten eines Apfels, der vom Baum fällt, nicht kommen. Newton hat ja eigentlich auch nichts entdeckt. Er hat die Dinge nur aus einem neuen Blickwinkel betrachtet. Er hat nichts Neues gesehen, er hat auf eine neue Weise gesehen. Das heißt, er hat über die Dinge nachgedacht. Er hat einen ganz neuen Standpunkt erfunden, durch den sich die Dinge erklären lassen: die Anziehungskraft.
Ich: Er hat sie erfunden? Aber das kann doch nicht heißen, dass es vor Newton keine Anziehungskraft gegeben hat!
Penetre: Den Standpunkt, dass es die Anziehungskraft zwischen allen Dingen gibt, gab es bis dahin nicht. Die Anziehungskraft selbst gab es natürlich schon immer. Oder besser: Newton erfand den Standpunkt, von dem aus gesehen alle Dinge von Anfang an durch die Anziehungskraft zusammengehalten wurden.

3-8 Die Erde ist nicht rund!

Ich: […]