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Hitoshi Nagai: Penetre und ich (2-3 Um Herr seiner Gefühle zu werden, muss man ihren Grund erkennen), 14. Februar 2019

de.wikipedia.org/wiki/Gelassenheitsgebet

Hitoshi Nagai:
Penetre und ich

2-3 Um Herr seiner Gefühle zu werden, muss man ihren Grund erkennen

Ich: Hast du nicht vorhin gesagt, dass man dazu neigt, ausgerechnet die unangenehmen Gefühle im Geist wiederzukäuen? Und dass man, wenn man auf bessere Gedanken kommen will, erst einmal gründlich darüber nachdenken sollte, was der Grund dieser Gefühle ist. Das bedeutet also, dass es etwas ganz anderes ist, ob man seinen Gefühlen auf den Grund geht oder ob man sich in ihnen badet?
Penetre: Gut, dass du das erkannt hast! Es kommt oft vor, dass sich eine Stimmung auflöst, wenn man versteht, woher sie kommt. Gefühle und Stimmungen halten dich nur gefangen, solange du sie nicht genau verstehst.
Ich: Es kommt also auf den Unterschied von Verstehen und Fühlen an?
Penetre: Du hast bestimmt einen Klassenkameraden, mit dem du dich gar nicht verstehst. Einer, der dir echt auf den Wecker geht. Aber es gibt einen Grund, warum der so geworden ist, wie er ist. Er hatte gar keine Wahl, als sich zu dieser Person zu entwickeln, um mit den Problemen fertig zu werden, mit denen ihn sein Leben konfrontiert. Wenn du den Grund genau verstehst, warum es notwendig war, dass dieser Mensch sich so entwickelt hat, dann werden sich deine negativen Gefühle ihm gegenüber auflösen.
Ich: Lösen sich so wirklich alle Gefühle auf?
Penetre: Nein, genau genommen nicht. Selbst wenn du die Notwendigkeit allen Geschehens verstanden hast, wird sich dein Ärger darüber, dass du Teil dieses Geschehens bist, nicht auflösen. Verstehen bedeutet zu erkennen, dass jedes einzelne Ding in der Welt genau so zu sein hat, wie es ist. Es gibt nur eines, das nicht notwendig ist: Das du hier bist (siehe 3-11)!

Hitoshi Nagai:
Penetre und ich

2-1 Was man tun kann, wenn es einem schlecht geht (1)

Ich: Wenn ich mich mit meinen Freunden gestritten habe, bin ich danach oft so frustriert, dass ich keine Lust auf gar nichts mehr habe. Was kann man an einem solchen Tag machen?
Penetre: Wenn du versuchst, deine Gefühle und Stimmungen zu unterdrücken, werden sie trotzdem in deinem Herzen weiter schmoren. Das Beste ist, einfach alles loszulassen und zu vergessen!
Ich: Wenn ich das nur könnte! Ich bin ja nur deshalb so frustriert, weil ich genau das nicht kann.
Penetre: Du glaubst, etwas nicht vergessen zu können, was du vergessen willst, aber ist es in Wirklichkeit nicht so, dass du gar nicht vergessen willst? Je negativer eine Erinnerung ist, desto öfter spielt ein Mensch sie sich im Geist vor. Er liebt es gerade zu, sich in seinen Gefühlen zu suhlen. Würde er loslassen und das negative Gefühl vergessen, wäre es für ihn so, als würde er einen wichtigen Teil seiner selbst verlieren. Angenehme Erinnerungen oder positive Gefühle hinterlassen keinen Nachgeschmack. Deshalb hat man keine Probleme, sie loszulassen. Nicht so, wenn etwas schief geht. Das behält man in Erinnerung bis man glaubt, endlich quitt zu sein.
Ich: Das trifft zumindest auf mich zu. Aber was kann ich dagegen tun?
Penetre: Darauf musst du deine eigene Antwort finden. Das bedeutet es, erwachsen zu werden. Erwachsen zu sein bedeutet, mit den Widrigkeiten des Lebens und den damit verbundenen negativen Gefühlen selbst fertig zu werden.

2-2 Was man tun kann, wenn es einem schlecht geht (2)

Ich: Gibt es denn nichts, was man als noch nicht voll erwachsener Mensch tun kann, wenn es einem schlecht geht?
Penetre: Na gut, ich will dir einen Tipp geben. Überlege dir zunächst […]

Hitoshi Nagai: Penetre und ich (1-13/14 Wer bestimmt die Bedeutung unserer Sprache?), 12. Februar 2019

Hitoshi Nagai:
Penetre und ich

1-13 Wer bestimmt die Bedeutung unserer Sprache (1)?

Ich: Meine Deutschlehrerin sagt mir manchmal, dass ich ein Wort in der falschen Bedeutung verwende. Aber wer bestimmt eigentlich die Bedeutung der Worte?
Penetre: Anders als bei der Farbe eines Vogels gibt es bei der Bedeutung der Sprache keine objektiven Kriterien, welches die richtige Bedeutung ist. Die richtige Bedeutung ist diejenige, auf die sich die Menschen geeinigt haben.
Ich: Was passiert dann, wenn die Mehrheit der Sprecher anfängt, ein Wort oder eine ganze Redewendung in einer anderen Bedeutung zu verwenden? Wird dann die falsche Bedeutung zur richtigen Bedeutung?
Penetre: So einfach ist es nicht. Auch bei der Sprache gibt es Spezialisten, die die wirkliche Bedeutung kennen, auch wenn die Mehrheit glaubt, dass es nicht die richtige Bedeutung ist.
Ich: Was macht die denn zu Spezialisten?
Penetre: Die wissen zum Beispiel, wie und warum ein Wort zu seiner Bedeutung gekommen ist. Dadurch, dass sie die Wurzeln der Wörter kennen, sind sie mit den Menschen in der Vergangenheit verbunden. Selbst wenn in der Gegenwart nur eine Minderheit ein Wort richtig verwendet, kann ein Spezialist darauf hinweisen, dass von einem historischen Gesichtspunkt aus gesehen die Mehrheit der Menschen dieses Wort anders verstanden haben. Selbst wenn ein Wort heute in einer anderen Bedeutung als früher verwendet wird, kann es doch sein, dass die heutige Mehrheit in der Sprachgeschichte nur eine kleine Minderheit darstellt.

1-14 Wer bestimmt die Bedeutung unserer Sprache (2)?

Penetre: Kennst du das japanische Sprichwort „Mitgefühl dient nicht dem Mitmenschen“?
Ich: Ja, klar. Das bedeutet doch, dass es dem anderen schadet, wenn man ihm zu viel Mitgefühl schenkt, nicht wahr?
Penetre: Heute versteht es tatsächlich die Mehrheit der Japaner so. Aber ursprünglich hatte es eine ganz andere Bedeutung: Wenn man […]

Hitoshi Nagai: Penetre und ich (1-11/12 Merkwürdige Broterwerbe), 7. Februar 2019

1-11 Merkwürdige Broterwerbe

Ich: Wenn ich groß bin, werde ich einen Beruf wählen müssen. Bei vielen Tätigkeiten frage ich mich allerdings, was für einen Sinn die haben. Ich verstehe es, wenn einer die Landwirtschaft oder eine Heiltätigkeit zu seinem Beruf macht. Auch dass manche Menschen mit dem Malen von Kunstwerken, Romaneschreiben oder Musikspielen ihren Lebensunterhalt verdienen, leuchtet mir ein. Aber wie kommt es, dass es professionelle Schachspieler gibt, oder Leute, deren Beruf es ist, die Kunstwerke oder Musik anderer zu kritisieren? Ich glaube, dass die Gesellschaft auch ohne solche Berufe auskommen würde.
Penetre: Du meinst, dass Bauern und Ärzte notwendig sind, Schachspieler und Kritiker hingegen nicht? Da irrst du dich! Der Mensch lebt zum Vergnügen, und was einen vergnügt, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Für manche gibt es kein größeres Vergnügen als Schach zu spielen, anderen macht es am meisten Spaß, Musik zu hören. Solche Menschen erreichen in der Regel ein höheres Niveau beim Schach oder werden zu Kennern der Musik. Es ist also kein Wunder, wenn es Profis gibt, deren besondere Fähigkeiten nur solche Experten zu schätzen wissen. Vom Standpunkt des Rests der Welt aus betrachtet mag das merkwürdig erscheinen, aber innerhalb des Kreises der Kenner sind die Profis unverzichtbar. Ein Produkt wird nur deshalb hergestellt, weil es jemanden gibt, der es kauft. Schachspieler und Musikkritiker machen ihre Expertise zum Broterwerb. Das geht nur deshalb, weil Kenner bereit sind, dafür gutes Geld zu bezahlen. Nur wenn keiner mehr dafür zahlt, stirbt der Beruf aus.

1-12 Professionelle Genießer

Ich: Ich habe gehört, dass es Restaurants mit Sternen gibt. schmeckt. Je mehr Sterne ein Restaurant hat, desto besser soll das Essen dort schmecken. Aber das ist doch komisch – wie kann man denn […]

Muho hät einen Vortrag über Dogens Gyoji-Kapitel, 31. Januar 2019

Gudo Nishijimas englische Übersetzung (Runterscrollen bis [225]): thezensite.com/ZenTeachings/Dogen_Teachings/Shobogenzo_2_NC.pdf

Japanischer Originaltext: shomonji.or.jp/soroku/genzou16b/index.html

Antaiji heute vor acht Jahren: photos.app.goo.gl/xwsftZ7hbvavF9359

Hitoshi Nagai: Penetre und ich (1-8/9/10 Menschen in Schwierigkeiten soll man nicht helfen, lügen darf man, aber Versprechen muss man halten & warum man nicht zur Schule gehen muss), 29. Januar 2019

Hitoshi Nagai:
Penetre und ich

1-8 Menschen in Schwierigkeiten soll man nicht helfen

Ich: Wenn einer in Schwierigkeiten steckt, muss man ihm helfen, nicht wahr? Menschen, die leiden, haben doch unsere Unterstützung verdient!
Penetre: Nein. Man sollte Menschen, denen es schlecht geht, nicht allzu sehr helfen. Nur wenn es sich um ein akutes Problem handelt, so wenn einer sich verletzt hat oder sein Portemonnaie verloren hat, ist Hilfe angebracht. Wenn es aber um eine tiefere, schwerere Form des Leidens handelt, musst du dasselbe Leiden ebenso tief und schwer am eigenen Leib erfahren, um dem anderen helfen zu können. Das ist eine Last, die man nicht jederzeit auf sich laden kann. Wenn du es versuchst, kann diese Last dich psychisch zerstören. Nur wenn du in deinem Leben tiefes und schweres Leid gekostet hast, ist es dir möglich, einem anderen zu helfen, der dasselbe Leid erfährt. Denn nur in einem solchen Fall ist es möglich, dem anderen zu helfen, ohne dass er es merkt, dass man ihm helfen will.
Ich: Das klingt ganz schön schwierig!
Penetre: Nein, so schwierig ist das gar nicht… Nur eines darfst du nie vergessen: Du solltest nie das Leid eines anderen dazu missbrauchen, um die Misere des eigenen Lebens auszuloten.

1-9 Lügen darf man, aber Versprechen muss man halten?

Ich: Man sollte nicht lügen oder Versprechen brechen, nicht wahr?
Penetre: Vergiss nicht, dass Lügen etwas ganz anderes ist als ein Versprechen zu brechen! Gewöhnlich gehen wir davon aus, dass wir nicht belogen werden, aber wer verspricht denn von sich aus, dass er nicht lügt? Wenn jemand dagegen ein Versprechen macht, dann geht er eine Verpflichtung ein. Er hätte ja auch darauf verzichten können. Nur wenn man vor Gericht unter Eid aussagt, bedeutet eine Lüge soviel […]

Hitoshi Nagai: Penetre und ich (1-7 Wer bestimmt, was gut und schlecht ist (1)?), 28. Januar 2019

Sutra von der Lotosblume:
stupa.at/00000098080d48c28/index.html

Audiobuch „Schluss mit dem Blindflug – Achtsamkeit und Glück“:
8samkeit.de/achtsamkeit-und-glueck/

Hitoshi Nagai:
Penetre und ich

1-7 Wer bestimmt, was gut und schlecht ist (2)?

Ich: Ich könnte mir einen Menschen vorstellen, der so positiv eingestellt ist, dass es ihm Vergnügen bereitet, anderen Schaden zuzufügen. Würdest du einen solchen Menschen einen echten Optimisten nennen?
Penetre: Ich halte es für unwahrscheinlich, dass man einem solchen echten Optimisten begegnen wird, aber unmöglich ist es nicht. Echte Optimisten kümmern sich kaum um Moral. Deshalb macht es ihnen nichts aus, etwas zu tun, was von den Moralisten als schlecht bezeichnet wird. Umgekehrt ist es ein Zeichen des Menschen, dem die positive Grundeinstellung des Optimisten fehlt, dass er an der Moral von Gut und Schlecht festhält.
Ich: Warum das?
Penetre: Weil er nichts anderes hat, was ihm Halt gibt.
Ich: Warum behauptest du dann, dass es zwar nicht unmöglich, aber unwahrscheinlich ist, dass ein echter Optimist etwas Schlechtes tut?
Penetre: Angekommen, dein Vater bringt dir bei, wie man Schach spielt. Anfangs interessiert dich das Spiel nicht im Geringsten. Deshalb verspricht dir dein Vater ein Taschengeld, wenn du gewinnst. Fortan gibst du beim Schach dein Bestes! Und vielleicht beginnt dir dann irgendwann einmal das Schachspiel selbst Spaß zu machen. Wenn es dir nur ums Taschengeld geht, wirst du wahrscheinlich auch einmal Mogeln. Wenn dein Vater aufs Klo geht, verschiebst du heimlich die Figuren… Wenn dir aber das Spiel selbst Spaß macht, hast du das nicht mehr nötig. Wichtiger als das Gewinnen ist dir dann der Prozess, der zum Gewinn führt. Erst dann ist Schach für dich zum Vergnügen geworden. Genauso kann auch das Leben zum Vergnügen werden. Im Unterschied zum Schach hat das Leben aber keine festen Regeln. […]

Hitoshi Nagai: Penetre und ich (1-6 Die Welt wird von einem Vertrag zusammengehalten), 27. Januar 2019

Links zu Wikipedia:
Kimi no na ha (Your Name. – Gestern, heute und für immer)
„Die Verwandlung“ von Franz Kafka
„Leviathan“ von Thomas Hobbes:/a>
„Vom Gesellschaftsvertrag“ von Jean-Jacques Rousseau

Audiobuch „Schluss mit dem Blindflug – Achtsamkeit und Glück“:
8samkeit.de/achtsamkeit-und-glueck/

Hitoshi Nagai:
Penetre und ich

1-6 Die Welt wird von einem Vertrag zusammengehalten (1)

Penetre: Hast du schon einmal vom Gesellschaftsvertrag gehört?
Ich: Was ist das denn?
Penetre: Stelle dir den Zustand der Menschheit vor, bevor es Staaten, Gesetze und Moral gab. Jeder muss nur an sich selbst denken und ist frei, zu tun, was er will. Andererseits weiß keiner, wann einer einem was antun wird. Ständig muss man fürchten, von den anderen verletzt oder sogar getötet zu werden. Für jeden einzelnen stellen die anderen Menschen Feinde dar. In alten Zeiten müssen die Menschen in diesem Zustand gelebt haben.
Ich: Das ist eine schreckliche Welt!
Penetre: Ja, keine Frage! Wie ist es möglich, diesem Zustand, der für alle Angst und Schrecken bedeutete, zu entkommen? Ganz einfach, man muss nur einen Vertrag schließen: Jeder einzelne verspricht, keinem anderen Schäden zuzufügen, wenn man ihm dafür auch keinen Schaden zufügt. Das heißt, dass jeder auf einen Teil seiner Freiheit verzichtet, unter der Bedingung, dass die anderen das Gleiche tun. Denn davon haben am Ende alle mehr. Kurz gesagt ist das der Gesellschaftsvertrag.
Ich: Keine schlechte Idee… So sind also unsere Gesetze entstanden. Aber kann man die Entstehung der Staaten und die Entwicklung der Moral genauso erklären?
Penetre: Zumindest dann, wenn man der Theorie des Gesellschaftsvertrags folgt. Einen Punkt darf man dabei nicht vergessen: Wenn man sich etwas verspricht, dann muss man auch versprechen, das Versprechen zu halten. Und das muss man wiederum versprochen haben… Die Frage […]

Hitoshi Nagai: Penetre und ich (1-5 Der Lebenssimulator (1)), 26. Januar 2019

Ausführliche Beschreibung des Gedankenexperiments:
de.wikipedia.org/wiki/Gehirn_im_Tank

Hitoshi Nagai:
Penetre und ich

1-5 Der Lebenssimulator (1)

Penetre: Hättest du Interesse, einen Lebenssimulator auszuprobieren?
Ich: Was soll das denn sein?
Penetre: Eine Maschine, die dich eine virtuelle Realität erleben lässt! Wenn du dein Gehirn an diesen Simulator anschließt, erlebst du ein Leben, dass sich von deinem bisherigen Leben vollkommen unterscheidet, aber genauso wirklich anfühlt. Dabei besteht die Wahl zwischen allen möglichen virtuellen Leben – so wie bei einer Videothek. Du kannst dir selber aussuchen, was für ein Leben du erleben willst.
Ich: Klingt interessant! Aber gibt es diese Maschine denn wirklich?
Penetre: Gegenwärtig wohl noch nicht. Aber einmal angenommen, es gäbe diese Maschine, würdest du sie ausprobieren?
Ich: Ja, keine Frage!
Penetre: Jeder, der in der Realität mit Leid und Unglück konfrontiert ist, wird sich wünschen, stattdessen lebenslang virtuelles Glück zu erfahren. Auf diese Weise leidet er nicht
Ich: Solche Menschen gibt es bestimmt, aber für mich wäre das nichts. Das ganze Leben bis zum Tod eine falsche Realität vorgespielt bekommen – nein, das will ich nicht!
Penetre: Willst du damit sagen, dass dir dein wirkliches Leben lieber ist, gleich wie leidvoll und grausam die Umstände auch sein mögen? Warum das? Und: Es kann durchaus sein, dass dieses Leben, dass du für die Realität hältst, in Wahrheit das Produkt eines Simulators ist. Oder hast du einen Beweis, dass es nicht so ist? Zumindest kann es keinen Beweis innerhalb deines gegenwärtigen Lebens geben. Trotzdem sagst du, dass dir dein gegenwärtiges Leben wichtig ist. Warum?
Ich: Hmm… ja, warum nur?

Hitoshi Nagai: Penetre und ich (1-4 Wer bestimmt, was gut und schlecht ist (1)?), 24. Januar 2019

Beschreibung der letzten Reise Buddhas im Palikanon:
palikanon.com/digha/d16_2.htm#16.2.5
palikanon.com/digha/d16_3
palikanon.com/digha/d16_4

Ausführlicher englischer Artikel über das Problem des Selbstmords im Buddhismus:
westernbuddhistreview.com/vol4/suicide_as_a_response_to_suffering.html

Hitoshi Nagai:
Penetre und ich

1-4 Wer bestimmt, was gut und schlecht ist (1)?

Ich: Was würdest zu einem Optimisten sagen, der Vergnügen daran findet, gemein zu anderen zu sein? Der hat doch keine Klasse! Denkst du nicht auch, dass das ein schlechter Mensch sein muss? Ich glaube schon, dass der Unterschied zwischen gut und schlecht wichtig ist!
Penetre: Was meinst du denn, wenn du „gut“ oder „schlecht“ sagst?
Ich: Das weiß ich selbst nicht so genau…
Penetre: Trotzdem bist du dir sicher, dass einer, der Vergnügen daran findet, gemein zu anderen zu sein, ein schlechter Mensch sein muss. Warum eigentlich?
Ich: … Wahrscheinlich deshalb, weil er damit etwas tut, was andere nicht wollen.
Penetre: Warum ist es schlecht, etwas zu tun, was andere nicht wollen?
Ich: Das fragst du noch? Ist das nicht genau das, was mit dem Wort „schlecht“ gemeint ist?
Penetre: Verstehe. Umgekehrt verstehst du wahrscheinlich unter „gut“ das, was sich die anderen wünschen, nicht wahr? Wenn einer immer das tut, was sich die Mehrheit von ihm wünscht, dann wäre er ein guter Mensch. Und einer, der genau das tut, was viele nicht wollen, wäre ein schlechter Mensch. Korrekt?
Ich: Siehst du da ein Problem?
Penetre: Angenommen ein Großteil der Menschheit wäre drogensüchtig. Wäre es dann gut, den Menschen mehr und mehr Drogen zu geben, und wäre es umgekehrt schlecht, der Menschheit die Drogen wegzunehmen?
Ich: Das wäre in der Tat seltsam. In dem Fall wäre es eher umgekehrt. Bleibt also die Frage, wer bestimmt, was gut und was schlecht ist.