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Hitoshi Nagai: Penetre und ich (1-5 Der Lebenssimulator (1)), 26. Januar 2019

Ausführliche Beschreibung des Gedankenexperiments:
de.wikipedia.org/wiki/Gehirn_im_Tank

Hitoshi Nagai:
Penetre und ich

1-5 Der Lebenssimulator (1)

Penetre: Hättest du Interesse, einen Lebenssimulator auszuprobieren?
Ich: Was soll das denn sein?
Penetre: Eine Maschine, die dich eine virtuelle Realität erleben lässt! Wenn du dein Gehirn an diesen Simulator anschließt, erlebst du ein Leben, dass sich von deinem bisherigen Leben vollkommen unterscheidet, aber genauso wirklich anfühlt. Dabei besteht die Wahl zwischen allen möglichen virtuellen Leben – so wie bei einer Videothek. Du kannst dir selber aussuchen, was für ein Leben du erleben willst.
Ich: Klingt interessant! Aber gibt es diese Maschine denn wirklich?
Penetre: Gegenwärtig wohl noch nicht. Aber einmal angenommen, es gäbe diese Maschine, würdest du sie ausprobieren?
Ich: Ja, keine Frage!
Penetre: Jeder, der in der Realität mit Leid und Unglück konfrontiert ist, wird sich wünschen, stattdessen lebenslang virtuelles Glück zu erfahren. Auf diese Weise leidet er nicht
Ich: Solche Menschen gibt es bestimmt, aber für mich wäre das nichts. Das ganze Leben bis zum Tod eine falsche Realität vorgespielt bekommen – nein, das will ich nicht!
Penetre: Willst du damit sagen, dass dir dein wirkliches Leben lieber ist, gleich wie leidvoll und grausam die Umstände auch sein mögen? Warum das? Und: Es kann durchaus sein, dass dieses Leben, dass du für die Realität hältst, in Wahrheit das Produkt eines Simulators ist. Oder hast du einen Beweis, dass es nicht so ist? Zumindest kann es keinen Beweis innerhalb deines gegenwärtigen Lebens geben. Trotzdem sagst du, dass dir dein gegenwärtiges Leben wichtig ist. Warum?
Ich: Hmm… ja, warum nur?

Hitoshi Nagai: Penetre und ich (1-4 Wer bestimmt, was gut und schlecht ist (1)?), 24. Januar 2019

Beschreibung der letzten Reise Buddhas im Palikanon:
palikanon.com/digha/d16_2.htm#16.2.5
palikanon.com/digha/d16_3
palikanon.com/digha/d16_4

Ausführlicher englischer Artikel über das Problem des Selbstmords im Buddhismus:
westernbuddhistreview.com/vol4/suicide_as_a_response_to_suffering.html

Hitoshi Nagai:
Penetre und ich

1-4 Wer bestimmt, was gut und schlecht ist (1)?

Ich: Was würdest zu einem Optimisten sagen, der Vergnügen daran findet, gemein zu anderen zu sein? Der hat doch keine Klasse! Denkst du nicht auch, dass das ein schlechter Mensch sein muss? Ich glaube schon, dass der Unterschied zwischen gut und schlecht wichtig ist!
Penetre: Was meinst du denn, wenn du „gut“ oder „schlecht“ sagst?
Ich: Das weiß ich selbst nicht so genau…
Penetre: Trotzdem bist du dir sicher, dass einer, der Vergnügen daran findet, gemein zu anderen zu sein, ein schlechter Mensch sein muss. Warum eigentlich?
Ich: … Wahrscheinlich deshalb, weil er damit etwas tut, was andere nicht wollen.
Penetre: Warum ist es schlecht, etwas zu tun, was andere nicht wollen?
Ich: Das fragst du noch? Ist das nicht genau das, was mit dem Wort „schlecht“ gemeint ist?
Penetre: Verstehe. Umgekehrt verstehst du wahrscheinlich unter „gut“ das, was sich die anderen wünschen, nicht wahr? Wenn einer immer das tut, was sich die Mehrheit von ihm wünscht, dann wäre er ein guter Mensch. Und einer, der genau das tut, was viele nicht wollen, wäre ein schlechter Mensch. Korrekt?
Ich: Siehst du da ein Problem?
Penetre: Angenommen ein Großteil der Menschheit wäre drogensüchtig. Wäre es dann gut, den Menschen mehr und mehr Drogen zu geben, und wäre es umgekehrt schlecht, der Menschheit die Drogen wegzunehmen?
Ich: Das wäre in der Tat seltsam. In dem Fall wäre es eher umgekehrt. Bleibt also die Frage, wer bestimmt, was gut und was schlecht ist.

Hitoshi Nagai: Penetre und ich (1-3 Optimismus und Pessimismus ), 11. Januar 2019

https://de.wikipedia.org/wiki/Hitoshi_Nagai
Also sprach Zarathustra: Von den drei Verwandlungen
Ludwig Wittgenstein: Vortrag über Ethik

Hitoshi Nagai:
Penetre und ich

1-3 Optimismus und Pessimismus

Penetre: Weißt du, was einen echten Optimisten ausmacht?
Ich: Du meinst einen, der daran glaubt, dass am Ende immer alles gut geht?
Penetre: Nein. Ein echter Optimist ist ein Mensch, der über eine radikal positive Lebenseinstellung verfügt. Wem diese Einstellung fehlt, der steht dem Leben grundsätzlich pessimistisch gegenüber. Ich meine keinen Optimismus oder Pessimismus im oberflächlichen Sinn, so wie wenn sich zwei darüber uneinig sind, ob etwas gut oder schlecht ausgeht. Optimismus und Pessimismus betreffen die Wurzel des Daseins. Ein echter Optimist ist von Natur aus vergnügt. Egal ob er gerade Hausaufgaben macht, seinem Beruf nachgeht oder auf ein Ziel hinarbeitet, die Tätigkeit selbst erfüllt ihn innerlich dabei.
Ich: Selbst dann, wenn er dabei alleine ist?
Penetre: Ja, ein echter Optimist zu sein bedeutet, stets Erfüllung in sich selbst zu finden. Selbst wenn dein Leben sinnlos ist und dich keiner dafür lobt, was du tust – wenn du Vergnügen am Dasein selbst hast, ist das Optimismus. Von so einem sagt man, dass er wahre Klasse hat. Das Gegenteil ist der Fall, wenn du stets nach dem Sinn deines Tuns fragst oder auf die Bestätigung der anderen wartest. Unausgefüllt zu sein bedeutet, keine wahre Klasse zu haben.
Ich: Meinst du damit den Unterschied zwischen einem guten und schlechten Menschen?
Penetre: Ganz verkehrt. Gute und schlechte Menschen unterscheiden sich kaum. Wichtiger ist der Unterschied zwischen einem anständigen Menschen und einem, dem nicht zu helfen ist (siehe 2-9). Das ist eine Frage der Erziehung. Aber noch wichtiger ist der Unterschied, ob einer von Grund auf ein Optimist oder Pessimist ist. So […]

Hitoshi Nagai: Penetre und ich (1-1 & 1-2 Warum lebt der Mensch?), 11. Januar 2019

https://de.wikipedia.org/wiki/Hitoshi_Nagai

Hitoshi Nagai:
Penetre und ich

Vorwort

Der Mensch lebt nur zum Vergnügen.
Du musst nicht zur Schule gehen.
Du darfst lügen.
Der Wal ist ein Fisch.
Die Erde ist nicht rund.
………
Das behauptet zumindest Penetre. Was denkst du?
„Penetre“ ist der Name der Katze, die uns vor drei Jahren, als ich noch in der fünften Klasse war, zugelaufen kam. Alles an dieser Katze ist so seltsam wie ihr Name. Das merkwürdigste an ihr ist, dass sie die Sprache der Menschen spricht. Auch das, was sie sagt, ist sonderbar. Wovon normale Menschen sprechen, davon spricht sie nie. Noch kein einziges Mal habe ich sie sagen hören, dass sie hungrig oder müde sei. Dafür spricht sie über Fragen wie: „Warum lebt der Mensch?“ Oder: „Muss man zur Schule gehen?“
Ihre Meinungen unterscheiden sich vollkommen von denen der normalen Menschen. Am Anfang bleibt einem da manchmal die Spucke weg, aber je mehr man darüber nachdenkt, desto überzeugender wird das, was Penetre so von sich gibt. Könnte es sein, dass sie recht hat?
In diesem Buch sind meine Gespräche mit Penetre festgehalten. Meistens ist es allerdings Penetre, die spricht, während ich bloß zuhöre.
Die Gespräche habe ich in der Reihenfolge aufgeschrieben, in der sie geführt wurden. Wahrscheinlich sind sie am einfachsten zu verstehen, wenn man sie der Reihe nach liest, aber wenn du willst, kannst du auch die Gespräche zuerst lesen, deren Titel dich am meisten interessieren. Wenn am Ende des Titels allerdings (1) oder (2) steht, rate ich dir (1) vor (2) zu lesen. Und wenn am Ende eines Gesprächs zum Beispiel „siehe 2-7“ steht, bedeutet das, dass im siebten Gespräch des zweiten Kapitels auf dasselbe Thema Bezug genommen wird.

1-1 Warum lebt der Mensch? (1)

Ich: Penetre, was denkst du? Warum lebt der Mensch […]

Muho wünscht frohe Weihnachten, 19. Dezember 2019

Rund um die Halle, am Morgen von Buddhas Erwachen und an dem Tag, als sich Eka den Arm abhackte: 8. & 9. & 10. Dezember 2018

Spätherbst in Antaiji, 21. November 2018

Muho im Radio, letztes Kapitel von „Das Meer weist keinen Fluss zurück“ & rund um die Halle, 12. & 14. November 2018

Mehr von Muhos PR-Tour im Herbst 2016 & 2018: antaiji.org/de/history/about/video/

Die Zeit wartet auf niemanden

Mit zunehmendem Alter scheinen die Jahre immer schneller zu vergehen. Als hätte jemand die Vorspultaste des Lebens gedrückt und vergessen, sie wieder loszulassen. Seltsam nur, dass mein Atem nicht schneller geht als vor zehn, zwanzig oder dreißig Jahren. Wenn ich nicht zurückschaue, sondern mich nur auf den gegenwärtigen Moment konzentriere, scheint sich überhaupt nichts verändert zu haben. Bin ich ein anderer als der, der ich früher einmal war?

Jedes Jahr dieselben Blüten
Jedes Jahr andere Menschen

So lautet ein alter chinesischer Spruch, der viele Asiaten an die Vergänglichkeit des Lebens erinnert. Der chinesische Jahresanfang fällt meist in den Februar, wenn die Aprikosenbäume zu blühen beginnen. Der Reihe nach erfreuen dann die Pfirsich-, Pflaumen- und schließlich die Kirschbäume die Menschen mit ihren Blüten. Nehmen die Jahreszeiten ihren gewohnten Lauf, kann man leicht vergessen, dass man selbst dem Tod mit jedem Tag, der vergeht, ein Stückchen näher kommt. Vielleicht erscheinen uns auch deshalb die Jahre mehr und mehr wie im Flug zu vergehen, weil sie uns immer kostbarer werden.
Aber der Spruch sagt eben nur die halbe Wahrheit. Es sind nicht jedes Jahr „dieselben Blüten“. Sie sind ebenso einmalig wie wir Menschen. Nur dem, der nicht genau genug achtgibt, erscheinen sie austauschbar. Die Kirschblüten im Frühling und das Ahornlaub im Herbst meines fünfzigsten Lebensjahrs wird es nur dieses eine Mal geben und dann niemals wieder.

Auch in diesem April haben sich meine Familie und die ganze Klostergemeinschaft wieder um ein großes Lagerfeuer unter den blühenden Fruchtbäumen versammelt, um das Ende des Winters und den Beginn des Frühjahrs zu feiern. Erst […]

Muho im Radio, letztes Kapitel von „Das Meer weist keinen Fluss zurück“ & rund um die Halle, 6. November 2018

Photo von Eva Rugel (Antaiji, August 2017): evarugelphotography.de

Photo von Esther Bosch (Schin op Geul, September 2016): dogen-zen.nl
Mehr von Muhos PR-Tour im Herbst 2016 & 2018: antaiji.org/de/history/about/video/

Die Zeit wartet auf niemanden

Mit zunehmendem Alter scheinen die Jahre immer schneller zu vergehen. Als hätte jemand die Vorspultaste des Lebens gedrückt und vergessen, sie wieder loszulassen. Seltsam nur, dass mein Atem nicht schneller geht als vor zehn, zwanzig oder dreißig Jahren. Wenn ich nicht zurückschaue, sondern mich nur auf den gegenwärtigen Moment konzentriere, scheint sich überhaupt nichts verändert zu haben. Bin ich ein anderer als der, der ich früher einmal war?

Jedes Jahr dieselben Blüten
Jedes Jahr andere Menschen

So lautet ein alter chinesischer Spruch, der viele Asiaten an die Vergänglichkeit des Lebens erinnert. Der chinesische Jahresanfang fällt meist in den Februar, wenn die Aprikosenbäume zu blühen beginnen. Der Reihe nach erfreuen dann die Pfirsich-, Pflaumen- und schließlich die Kirschbäume die Menschen mit ihren Blüten. Nehmen die Jahreszeiten ihren gewohnten Lauf, kann man leicht vergessen, dass man selbst dem Tod mit jedem Tag, der vergeht, ein Stückchen näher kommt. Vielleicht erscheinen uns auch deshalb die Jahre mehr und mehr wie im Flug zu vergehen, weil sie uns immer kostbarer werden.
Aber der Spruch sagt eben nur die halbe Wahrheit. Es sind nicht jedes Jahr „dieselben Blüten“. Sie sind ebenso einmalig wie wir Menschen. Nur dem, der nicht genau genug achtgibt, erscheinen sie austauschbar. Die Kirschblüten im Frühling und das Ahornlaub im Herbst meines fünfzigsten Lebensjahrs wird es nur dieses eine Mal geben und dann niemals wieder.

Auch in diesem April haben sich meine Familie und die ganze Klostergemeinschaft wieder um ein […]

Vortrag über das Gyoji-Kapitel des Shobogenzo (Englisch) und Jam Session, 30. & 31. Oktober 2018

Simply to maintain the practice day by day: only this is the right way to repay our gratitude. The principle here is to maintain the practice so that the life of every day is not neglected, and not wasted on private pursuits. For what reason? [Because] this life of ours is a blessing left over from past maintenance of the practice; it is a great favor bestowed by maintenance of the practice, which we should hasten to repay. How lamentable, how shameful, it would be, to turn skeletons whose life has been realized through a share of the virtue of the Buddhist patriarchs’ maintenance of the practice into the idle playthings of wives and children, to abandon them to the trifling of wives and children, without regret for breaking [precepts] and debasing [pure conduct]. It is out of wrongness and madness that [people] give over their body and life to the demons of fame and profit. Fame and profit are the one great enemy. If we are to assign weight to fame and profit, we should really appreciate fame and profit. Really to appreciate fame and profit means never to entrust to fame and profit, and thereby cause to be destroyed, the body and life that might become a Buddhist patriarch. Appreciation of wives, children, and relatives also should be like this. Do not study fame and profit as phantoms in a dream or flowers in space: study them as they are to living beings. Do not accumulate wrongs and retribution because you have failed to appreciate fame and profit. When the right eyes of learning in practice widely survey all directions, they should be like this.

Even a […]