Wer bestimmt, was gut und schlecht ist (1)

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Ich: Was würdest zu einem Optimisten sagen, der Vergnügen daran findet, gemein zu anderen zu sein? Der hat doch keine Klasse! Denkst du nicht auch, dass das ein schlechter Mensch sein muss? Ich glaube schon, dass der Unterschied zwischen gut und schlecht wichtig ist!
Penetre: Was meinst du denn, wenn du „gut“ oder „schlecht“ sagst?
Ich: Das weiß ich selbst nicht so genau…
Penetre: Trotzdem bist du dir sicher, dass einer, der Vergnügen daran findet, gemein zu anderen zu sein, ein schlechter Mensch sein muss. Warum eigentlich?
Ich: … Wahrscheinlich deshalb, weil er damit etwas tut, was andere nicht wollen.
Penetre: Warum ist es schlecht, etwas zu tun, was andere nicht wollen?
Ich: Das fragst du noch? Ist das nicht genau das, was mit dem Wort „schlecht“ gemeint ist?
Penetre: Verstehe. Umgekehrt verstehst du wahrscheinlich unter „gut“ das, was sich die anderen wünschen, nicht wahr? Wenn einer immer das tut, was sich die Mehrheit von ihm wünscht, dann wäre er ein guter Mensch. Und einer, der genau das tut, was viele nicht wollen, wäre ein schlechter Mensch. Korrekt?
Ich: Siehst du da ein Problem?
Penetre: Angenommen ein Großteil der Menschheit wäre drogensüchtig. Wäre es dann gut, den Menschen mehr und mehr Drogen zu geben, und wäre es umgekehrt schlecht, der Menschheit die Drogen wegzunehmen?
Ich: Das wäre in der Tat seltsam. In dem Fall wäre es eher umgekehrt. Bleibt also die Frage, wer bestimmt, was gut und was schlecht ist.